Strecke zwischen Gerstungen und Heimboldshausen

Gleisbau sorgt für lange Wartezeiten an den Bahnübergängen

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Bis zu 20 Minuten Wartezeit: Wegen Gleisbauarbeiten wurden die fest installierten Andreaskreuze, Blinklichter und Halbschranken am Bahnübergang zwischen Heringen und Widdershausen mit schwarzer Folie abgedeckt. Stattdessen stoppen Behelfsschranken d en Straßenverkehr, der derzeit deutlich länger warten muss, bis ein Zug – oder wie auf unserem Bild eine einzelne Lokomotive – den Bahnübergang passiert hat.

Erst wenn alle Schranken geschlossen sind, dürfen Züge die Strecke zwischen Gerstungen und Heimboldshausen befahren. Das hat lange Wartezeiten zur Folge.

Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer, die in und um Widdershausen unterwegs sind, werden derzeit mitunter auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

Die Schranken an den Bahnübergängen der eingleisigen Strecke durchs Werratal bleiben derzeit deutlich länger geschlossen als üblich. Grund dafür sind Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn. Der Schiennetzbetreiber lässt zwischen Gerstungen und Heimboldshausen rund zwei Kilometer Schienen und Schwellen erneuern. Dabei werden auch die Befestigungen der Bahnübergänge aus- und wieder eingebaut, weshalb diese in den vergangenen Wochen teilweise komplett für den Straßenverkehr gesperrt waren. Die Erneuerung der Gleise wurde am 22. April begonnen und soll noch bis zum 25. Mai dauern. Um die Auswirkungen auf den Zugverkehr möglichst gering zu halten, werde vor allem an den Wochenenden gearbeitet, an denen auf der nur für den Güterverkehr genutzten Strecke kein planmäßiger Bahnbetrieb stattfinde, teilt eine Sprecherin der DB auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Um an den betroffenen Gleisen bauen zu können, habe die Bahn die sogenannten „Gleisschaltmittel“ abbauen müssen, mit denen die herannahenden Züge normalerweise die Lichtzeichen und Schranken zur Sicherung der Bahnübergänge auslösen. Betroffen sind laut DB-Pressestelle insgesamt sechs Schienenkreuzungen: Die Bahnübergänge Am Roten Stein, Bornbergstraße, Brunnenstraße und Kirchengarten in der Ortslage von Widdershausen, der Bahnübergang auf freier Strecke zwischen Widdershausen und Heringen sowie der Bahnübergang auf der Berkaer Allee genannten Landesstraße durch die Obersuhler Aue zwischen Berka und Untersuhl.

Während der Bauzeit werden die sechs Bahnübergänge laut Bahn-Sprecherin mit mobilen Schrankenanlagen gesichert, die vor den fest installierten Schranken und Blinklichtern aufgebaut worden sind. Die Übergänge sind dazu mit Sicherungsposten besetzt, für die dort Bauwagen beziehungsweise Pavillons und Baustellentoiletten aufgestellt wurden. „Die Schranke wird im Bestätigungsverfahren geschlossen, das heißt, jeder Bahnübergangsposten muss einzeln die Schließung der Schranke bestätigen. Erst nachdem alle sechs Bestätigungen vorliegen, kann die Zugfahrt stattfinden. Hieraus erklären sich die langen, der Sicherheit geschuldeten Schließzeiten während der Bauphase“, erklärt die Unternehmenssprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Züge werden in Heringen oder Gerstungen also erst dann auf die Strecke geschickt, wenn alle sechs Bahnübergänge bereits geschlossen sind. Zwischen den Startbahnhöfen und der jeweils am weitesten entfernten Schrankenanlage liegen in beiden Fahrtrichtungen rund zehn Kilometer. Entsprechend lang müssen die Verkehrsteilnehmer mitunter vor den geschlossenen Schranken warten: „Die Schließzeit kann dadurch bis zu 20 Minuten betragen“, teilt die Bahn mit.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: Hersfelder Zeitung

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