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Heringen investiert 14,5 Millionen Euro

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Größter Posten bei den Investitionen: Die energetische Sanierung des Bürgerhauses in der Kernstadt ist im Heringer Haushaltsentwurf mit drei Millionen Euro veranschlagt.
Größter Posten bei den Investitionen: Die energetische Sanierung des Bürgerhauses in der Kernstadt ist im Heringer Haushaltsentwurf mit drei Millionen Euro veranschlagt. © Jan-Christoph Eisenberg

„Mit Augenmaß investieren und sparsam bleiben“ - so umschreibt Heringens Bürgermeister Daniel Iliev den Heringer Hauhaltsentwurf für das Jahr 2023.

Heringen - Mit Blick auf 238 000 Euro Überschuss und eine Rekord-Investitionssumme von rund 14,5 Millionen Euro wirkt das zwar wie gepflegtes Understatement – sei aber weder zu kurz gegriffen noch irreführend, unterstrich der Rathauschef, der vor dem Bau von Luftschlössern warnte und für „viel Realismus“ im Umgang mit den Zahlen sowie die Bildung von Rücklagen für schlechtere Zeiten plädierte. Dennoch: Heringen blicke gegen den Trend optimistisch in die Zukunft. Grund dafür ist vor allem die gute wirtschaftliche Lage der Kaliindustrie, die auch in der Werrastadt die Gewerbesteuer kräftig sprudeln lässt.

Insgesamt stehen im Ergebnisteil Erträgen von rund 41,873 Millionen Euro Aufwendungen von 41,635 Millionen Euro gegenüber, woraus sich der Überschuss von 238 000 Euro ergibt.

Auf der Ertragsseite liegt der Ansatz rund 15,9 Millionen Euro höher als im laufenden Jahr. Grund sind gestiegene Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die mit insgesamt 23 Millionen Euro angesetzt wurden. Zudem plant Heringen mit 1,35 Millionen Euro höheren Benutzungsgebühren, in die nach der Integration der Stadtwerke in den Haushalt erstmals auch der Wasserverkauf einfließt.

Auch die Ausgaben erhöhen sich um 16,03 Millionen Euro deutlich. Grund sind laut Iliev vor allem um 12,5 auf fast 20 Millionen Euro gestiegene Umlageverpflichtungen, die rund die Hälfte aller Aufwendungen ausmachen. Konkret zahle Heringen 9,25 Millionen Euro Kreis- und Schulumlage, 541 000 Euro Solidaritätsumlage und weitere 1,04 Euro Heimatzulage an das Land. Enthalten sei in dieser Rechnung die Rückstellung von 7,3 Millionen Euro für Umlageverpflichtungen der Folgejahre.

Gemeinsam mit Philippsthal zeige die Stadt abermals, wo das wirtschaftliche Herz im Kreis schlage, betonte Iliev und dankte dem Landrat dafür, die Kali-Kommunen nicht durch eine Anhebung der Kreisumlage zusätzlich zu belasten. „Auch wenn wir uns stets solidarisch zeigen, darf nicht der Eindruck entstehen, dass wir ein Schwamm seien, den es nur fest auszudrücken gelte“, unterstrich der Rathauschef. Durch die Integration der Stadtwerke (668 000 Euro), aber auch höhere Betriebs- und Instandhaltungskosten, steige auch der Aufwand für Sach- und Dienstleistungen um 1,6 Millionen Euro.

Im Finanzhaushalt liegt der Saldo aus Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit bei rund 6,62 Millionen Euro. Bei einem Investitionsvolumen von rund 14,5 Millionen Euro sollen 8,28 Millionen Euro über Beiträge und Zuschüsse abgedeckt werden. Der daraus resultierende Zahlungsmittelbedarf von 6,22 Millionen Euro wird aus liquiden Mitteln durch die hohen Gewerbesteuererträge im laufenden Jahr finanziert. In der „Rekord-Investitionssumme“, die mit 14,5 Millionen Euro etwa doppelt so hoch ausfällt wie in der Kreisstadt Bad Hersfeld, spiegelt sich laut Bürgermeister auch der massive Sanierungsstau in den städtischen Liegenschaften wider, den er mit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 übernommen habe. Zu den größten, (teilweise aber mit hohen Förderquoten refinanzierten) Posten zählen mit drei Millionen Euro die energetische Sanierung des Bürgerhauses, 1,35 Millionen Euro für die Wasserversorgung in Kleinensee, 1,23 Millionen Euro für den Radwegebau nach Widdershausen sowie je rund eine Million für die Sanierung der aus Sicherheitsgründen gesperrten Mehrzweckhalle Widdershausen, der Straßenbau in der Kernstadt und der Neubau des Hochbehälters Lengers.

Neue Kredite muss die Stadt nicht aufnehmen, löst aber 3,25 Millionen Schulden ab. Auch wenn in den vergangenen sechs Jahren knapp 40 Millionen Euro getilgt wurden, sei Heringen mit 71 Millionen Euro Außenständen zum Jahresende immer noch die Kommune mit der hessenweit höchsten Pro-Kopf-Verschuldung, merkte Daniel Iliev an. Dem stehen 825 000 Euro Rücklagen und 13,9 Millionen Euro zweckgebundene Rückstellungen gegenüber.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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