Haushalt vorgestellt

Heringen investiert und baut Schulden ab

Eine Hand hält Geldscheine
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Heringens Bürgermeister Daniel Iliev hat den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorgelegt.

Heringens Bürgermeister Daniel Iliev hat den Haushaltsentwurf fürs kommende Jahr vorgelegt. Dieser hat einen Überschuss von 373.000 Euro.

Heringen – „Wir leben von unserer Grundstoffindustrie. Ging es bei K+S bergab, ging es auch bei uns bergab. Ging es bei K+S bergauf, ging es auch uns besser“, befand Heringens Bürgermeister Daniel Iliev, als er am Donnerstagabend während der Sitzung des Stadtparlaments den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorstellte.

Die Einnahmen

Die verbesserte Situation beim größten Gewerbesteuerzahler ist in dem Zahlenwerk deutlich ablesbar. Im Ergebnishaushalt stehen Erträgen von 25,927 Millionen Euro Aufwendungen von 25,554 Millionen Euro gegenüber. Daraus ergibt sich ein Überschuss von 373 000 Euro, der somit 126 900 über dem Vorjahresansatz liegt. Ermöglicht wird das durch höhere Einnahmen, die im Vergleich zu 2021 um 1,3 Millionen Euro gestiegen sind.

Insbesondere die Steuern und steuerähnlichen Erträge wachsen unterm Strich um 975 000 auf 14,3 Millionen Euro an. Die Gewerbesteuereinnahmen steigen dabei sogar um 1,5 auf 8,6 Millionen Euro, dem steht aber ein Minderertrag von 600 000 Euro bei der Umsatzsteuer gegenüber. Auch höhere Zuweisungen und Zuschüsse tragen zur Ertragsverbesserung bei.

Die Ausgaben

Allerdings haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Aufwendungen um 1,2 Millionen Euro erhöht. Grund sind unter anderem eine Kostensteigerung von 562 000 Euro bei Sach- und Dienstleistungen, wozu unter anderem die Sanierung der Friedhöfe in Wölfershausen und Herfa (je 100 000 Euro), die Instandhaltung des Heringer Feuerwehr-Altbaus (150 000 Euro) sowie der Abriss eines städtischen Wohnhauses in Widdershausen (90 000 Euro) beitragen. Hinzu kommen 180 000 Euro mehr für den Verlustausgleich der Stadtwerke, höhere Umlageverpflichtungen schlagen mit 342 000 Euro zu Buche.

Die Personalaufwendungen steigen, unter anderem durch Tariferhöhungen, um 151 000 auf 6,49 Millionen Euro – obwohl das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Personalkonzept eingehalten und die Beschäftigtenzahl von 105,57 auf 103,59 Stellen reduziert worden seien, verdeutlichte Bürgermeister Iliev.

Der Finanzhaushalt

Im Finanzhalhalt beträgt der Saldo aus den Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit 2,59 Millionen Euro. Investiert werden soll im kommenden Jahr für rund 3,214 Millionen Euro. Dafür erwartet die Werrastadt Einzahlungen, etwa Zuschüsse und Beiträge, von 1,878 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Zahlungsmittelbedarf von 1,33 Millionen Euro, der durch Investitionskredite gedeckt wird. Insgesamt nimmt Heringen im kommenden Jahr 10,275 Millionen Euro Darlehen auf und tilgt 2,585 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Unterm Strich steht im Finanzhaushalt damit ein Zahlungsmittelüberschuss von 8,928 Millionen Euro.

Die Kredite

Der Höchstbetrag der Liquiditätskredite – vergleichbar mit dem privaten Dispo – wird auf fünf Millionen Euro festgelegt – 2,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Der Kreditbedarf von 10,275 Millionen Euro resultiert laut Rathauschef aus nicht in Anspruch genommenen Kreditermächtigungen für Projekte aus den Vorjahreshaushalten, die nun neu als Investitionskredite veranschlagt werden müssen. Durch den Wegfall von Maßnahmen wie Berliner Straße und Hessengasse reduziere sich der Kreditbedarf jedoch auf 8,92 Millionen Euro.

Hinzu kommt der aktuelle Zahlungsmittelbedarf von 1,33 Millionen Euro. 2,585 Millionen werden getilgt. Unterm Strich ergebe sich damit keine Neuverschuldung, sondern der Stand der Verbindlichkeiten verringere sich 2022 um etwa 1,9 Millionen Euro, so Iliev. Zum Jahresende werden Stadt und Stadtwerke damit voraussichtlich noch mit 79 Millionen Euro (ohne Hessenkasse) in der Kreide stehen.

Die Investitionen

Größte Brocken bei den Investitionen sind mit 675 000 Euro die Weiterführung der geplanten Sportplatzsanierung, 448 400 Euro für die Sanierung der Kläranlage Herfa, 300 000 Euro für einen neuen Winterdienst-Lkw, 260 000 Euro für die aus Bundesmitteln bezuschusste Sanierung des Kalimuseums. 200 000 Euro sind für Pumptrack und Abenteuerspielplatz in Widdershausen vorgesehen, die K+S als Ausgleich für die Belastungen durch die Halde komplett erstattet.

152 800 Euro kostet die aus dem Stadtumbau geförderte Neugestaltung des Angers. 139 200 Euro, die Hessen Mobil zu 100 Prozent übernimmt, sind für den Bau der Radwegverbindung Heringen-Widdershausen veranschlagt. 100 000 Euro plant die Stadt für die Sanierung des Gemeinschaftshauses Bengendorf ein, 50 000 Euro für Mannschaftstransporter der Feuerwehren Lengers und Heringen sowie 45 000 Euro für die zur Hälfte geförderte Planung der Sanierung des Mahnmals Bodesruh.

Ilievs Fazit

„Der Haushalt 2022 ist ein Haushalt, der die Zukunft und Nachhaltigkeit unserer Kalistadt im Blick hat. Das Motto lautet: Wir investieren in unsere Stadt und bauen weiter Schulden ab“, resümierte Daniel Iliev nach seiner Präsentation. Mit Blick auf die Wellenbewegungen bei den Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen Jahre hatte der Rathauschef zuvor bereits betont, dass die Werrastadt für schlechte Jahre Rücklangen bilden müsse. (Jan-Christoph Eisenberg)

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