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Heringen soll neuen Rewe-Markt nach Green-Building-Konzept bekommen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Verschwindet voraussichtlich aus dem Stadtbild: Der Rewe-Markt im Heringer Gewerbegebiet soll abgerissen und durch einen größeren Neubau am selben Platz ersetzt werden.
Verschwindet voraussichtlich aus dem Stadtbild: Der Rewe-Markt im Heringer Gewerbegebiet soll abgerissen und durch einen größeren Neubau am selben Platz ersetzt werden. © Roda

Der Rewe-Markt im Heringer Gewerbegebiet „Im langen Roth“ soll abgerissen und durch einen Neubau am selben Platz ersetzt werden.

Heringen – Die Pläne dafür hat Joachim Schmidt vom Architekturbüro BA Projekt aus Petersberg bei Fulda am Mittwochabend während der Sitzung des Stadtparlaments im Bürgerhaus vorgestellt. Der Projektentwickler hat bereits den Neubau des benachbarten Aldi-Marktes in der Werrastadt betreut.

Bislang wollte der Immobilienbesitzer, die Ottenbruch-Grundstücksverwaltung aus dem baden-württembergischen Neuhausen, den bestehenden Markt erweitern (unsere Zeitung berichtete).

Davon seien Eigentümer und die Rewe-Zentrale in Köln inzwischen allerdings abgerückt. Mit einem Anbau an die Bestandsimmobilie wären laut Joachim Schmidt zu viele Abstriche bei den aktuellen Anforderungen an einen modernen Lebensmittelmarkt verbunden. Bereits in wenigen Jahren könnten damit erneut umfangreiche Investitionen erforderlich werden, verdeutlichte der Planer.

Neubau mit umweltverträglichen und recycelbaren Baustoffen

Stattdessen soll nun ein komplett neuer Markt nach dem Green-Building-Konzept der Handelskette errichtet werden. Zum Einsatz kämen dabei möglichst umweltverträgliche und recycelbare Baustoffe.

Beheizt werde der neue Markt ohne fossile Energieträger mit der Abwärme aus den mit Ökostrom betriebenen Kälteanlagen. Mit seinen großen Fensterfronten an den Seiten sowie zusätzlichen Lichtkuppeln im Dach werde das Gebäude optisch dem neuen Rewe-Markt an der B27-Ortsumgehung in Unterhaun entsprechen.

Der Neubau soll laut Schmidt 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie eine Gesamtfläche von 2600 Quadratmetern haben. Der bislang in einem separaten Gebäude an der Straße „Im Quellengrund“ untergebrachte Rewe-Getränkemarkt werde in das Hauptgeschäft integriert – allerdings in abgespeckter Form auf etwa 400 Quadratmetern.

„Uns ist bewusst, dass direkt gegenüber im ehemaligen Aldi der Logo-Getränkemarkt eine umfangreiche Auswahl anbietet“, verdeutlichte der Planer. Rewe wolle sich in Heringen deshalb auf seine Stärken als Lebensmittelhändler konzentrieren und sein Sortiment in diesem Bereich deutlich ausbauen.

Neun Monate Bauzeit geplant

Trotz der Integration des Getränkemarktes stünden für die Lebensmittelabteilung künftig 650 bis 700 Quadratmeter Verkaufsfläche mehr zur Verfügung als bisher, erklärte Joachim Schmidt. Auf den Parkplätzen, die ansonsten weitgehend unverändert bleiben sollen, seien Ladestationen für Elektroautos und -fahrräder angedacht.

Mit dem etwa vier Wochen dauernden Abriss des alten Marktes könnte laut dem Projektentwickler bereits im Herbst begonnen werden. Für den anschließenden Neubau seien etwa acht bis neun Monate kalkuliert – sofern Lieferengpässe beim Material nicht für Verzögerungen sorgen. Für diesen Zeitraum sei geplant, den ehemaligen Lidl-Markt am Riedweg als Ausweichquartier anzumieten.

Für den kompletten Neubau des Einkaufsmarktes werden 707 Quadratmeter mehr Platz benötigt, als für den ursprünglich angedachten Anbau.

Die Stadtverordneten beschlossen deshalb am Mittwochabend einstimmig, die dadurch auf 1 597 Quadratmeter angewachsene Erweiterungsfläche zum Preis von rund 47 900 Euro an die Grundstücksverwaltung Ottenbruch zu verkaufen und einen im Jahr 2015 zur Absicherung der Vorplanungen geschlossenen Optionsvertrag für das Grundstück entsprechend zu erweitern.

(Jan-Christoph Eisenberg)

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