Historisches digital erkunden

Interaktives Beschilderungskonzept für Kleinensee vorgestellt

Geheimnis gelüftet:  Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus enthüllte gemeinsam mit dem Leiter des Heringer Kalimuseums, Hermann-Josef Hohmann, die ersten Tafeln für das interaktive Beschilderungskonzept des Heimat- und Verkehrsvereins Kleinensee. Über das neue Angebot freuen sich auch (hinten, von links) der Kreisbeigeordnete Hans-Albert Pfaff, Bürgermeister Daniel Iliev, Ortsvorsteher Bernd Maus, Projektleiter Guido Kamm und der Vereinsvorsitzende Paul Schäfer. 
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Geheimnis gelüftet:  Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus enthüllte gemeinsam mit dem Leiter des Heringer Kalimuseums, Hermann-Josef Hohmann, die ersten Tafeln für das interaktive Beschilderungskonzept des Heimat- und Verkehrsvereins Kleinensee. Über das neue Angebot freuen sich auch (hinten, von links) der Kreisbeigeordnete Hans-Albert Pfaff, Bürgermeister Daniel Iliev, Ortsvorsteher Bernd Maus, Projektleiter Guido Kamm und der Vereinsvorsitzende Paul Schäfer. 

Historische Orte in Kleinensee lassen sich nun analog und digital erkunden. Dafür hat der örtliche Heimat- und Verkehrsverein ein interaktives Beschilderungskonzept erstellt.

Kleinensee – Wegen seiner besonderen Lage an der innerdeutschen Grenze war Kleinensee früher auch als Klein-Berlin bekannt.

Dass der Heringer Stadtteil zur Zeit der deutschen Teilung von drei Seiten von den Sperranlagen der DDR umschlossen wurde, ist aber längst nicht die einzige historische Besonderheit, die Besucher und Einheimische dort künftig erkunden können – analog wie digital. Der örtliche Heimat- und Verkehrsverein hat dazu ein Beschilderungskonzept für Informationstafeln an geschichtlich interessanten Punkten erstellt. Das zunächst zehn Tafeln umfassende Projekt wurde vom Land Hessen mit 3 034 Euro aus dem Programm „Starkes Dorf – Wir machen mit!“ unterstützt. Einen entsprechenden Zuwendungsbescheid hat Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus jetzt in Kleinensee an den Vorsitzenden Paul Schäfer überreicht. Gemeinsam mit Vertretern von Verein, Stadt und Landkreis enthüllte sie auch die ersten Schilder. Die Bilder und Texte haben die Vereinsmitglieder ehrenamtlich erstellt und auch das Aufstellen der Rohrpfosten und Anbringen der Tafeln übernommen. Dabei sei man arbeitsteilig vorgegangen und habe intern Patenschaften für jedes Schild vergeben, berichtete der Vereinsvorsitzende. Standorte sind unter anderem das alte Rittergut (Gutshof), die Kirche, der ehemalige Grenzübergang an der Linde oder das Naturschutzgebiet Seulingssee.

Alle Tafeln sind mit QR-Codes versehen, die von den Besuchern mit mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets gescannt werden können. Darüber gelangen sie zu weiteren Fotos und Informationen auf der Seite kleinensee.de, wo auch die Tafeln noch einmal in digitaler Form hinterlegt sind. Die Webapplikation basiere auf sogenannten Geodaten, erklärte Projektleiter Guido Kamm, der als Vereinsmitglied und Inhaber der Internet-Agentur dd-media für die technische Umsetzung verantwortlich war. Anhand der jeweiligen Koordinaten würden die vorgestellten Orte, in einer Datenbank hinterlegt, auf einer digitalen Karte dargestellt. Dort wird den Nutzern zugleich angezeigt, was es in der Umgebung noch alles zu entdecken gibt.

Ortsgeschichte entdecken: Ministerin Kristina Sinemus und Vereinsvorsitzender Paul Schäfer am Schild über das ehemalige Rittergut. 

„Mit Ihrem Projekt schaffen Sie Orte und Gelegenheiten, die einen Bezug zur Vergangenheit herstellen. Dies ist wichtig, um die Erinnerung über Generationen hinweg zu bewahren und Geschichte erlebbar zu machen,“ sagte die Ministerin. „Wir haben einen großen Schritt in die Zukunft getan und gleichzeitig die Geschichte unseres Dorfes weitergetragen“, freute sich auch Paul Schäfer. Das interaktive Beschilderungskonzept soll weiter ausgebaut werden. So haben die Kleinenseer Vereine über das Förderprogramm hinaus bereits Willkommensschilder im Design der Infotafeln für die Ortseingänge finanziert und gefertigt. Auch Rad- und Wanderwegweiser mit QR-Code wurden montiert und in das Online-Portal eingebunden. Auch die Datenbank selbst biete zahlreiche Möglichkeiten zur Erweiterung und Verknüpfung mit anderen Angeboten, gab Projektleiter Guido Kamm einen Ausblick – beispielsweise mit der Plattform geoorte.de des Kalimuseums oder der digitalen Gästeführung des Heimatmuseums Friedewald, die kürzlich vorgestellt wurden und auf derselben technischen Grundlage beruhen. (Jan-Christoph Eisenberg)

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