Erster Auftritt für Theatergruppe "Mutzurlücke"

Improvisationstheater: Die Zuschauer entscheiden mit

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Spielen ohne Skript und DRehbuch: Die Mitglieder des Improvisationstheaters "Mutzurlücke" haben am Freitag ihren ersten Auftritt in der Heringer Stadtkirche.

Was die Zuschauer am Freitagabend beim ersten Auftritt von „Mutzurlücke“ zu sehen bekommen, wissen vorher selbst die Mitwirkenden nicht genau.

Denn der Name der neuen Theatergruppe ist Programm: „Es gibt kein Drehbuch oder Skript. Alles wird an diesem Abend frei improvisiert“, verrät Diakon Richard Ewald, auf dessen Initiative der theaterpädagogische Workshop zurückgeht.

Der kirchliche Jugendarbeiter für die Gesamtschulen in Heringen und Obersuhl hatte diese spezielle Form des Theaterspiels während seines Studiums in Berlin kennengelernt und greift sie nun für ein ungewöhnliches Theaterprojekt auf: „Sich auf sein Gegenüber und unvorhergesehene Situationen einzulassen, erfordert viel persönliches Standing. Die Jugendlichen können daraus einiges für ihr Leben mitnehmen“, ist Richard Ewald überzeugt. Drei Mädchen und zwei Jungen im Alter von elf bis 17 Jahren sowie ein Erwachsener machen bei „Mutzurlücke“ mit. Seit rund einem halben Jahr trifft sich die Gruppe zum Proben im Martin-Luther-Haus.

Wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf den Auftritt ohne Textvorlage und vorgegebene Handlung seien verschiedene Assoziationsspiele, um auf der Bühne Stichworte aufgreifen und spontan darauf reagieren zu können. Hinzu kämen Übungen aus der klassischen Theaterpädagogik, erklärt Richard Ewald: „Wie spiele ich Emotionen oder welche Körpersprache setze ich ein“. Grundsätzlich gelte beim Improvisationstheater eine goldene Regel: „Die Antwort lautet immer ja. Man muss beim Spielen einen Impuls seines Gegenübers aufnehmen und darauf eingehen. Sonst entwickelt sich die Szene nicht“, verdeutlicht der Diakon.

Richard EwaldDiakon

Spaß am Experimentieren und sich auf unbekannte Situationen einzulassen, seien Grundvoraussetzungen fürs Improvisationstheater. Mit der Zeit entwickle sich bei den Akteuren eine gewisse Routine. Selbst Spontanität und Schlagfertigkeit ließen sich so ein stückweit erlernen, seien aber natürlich immer auch abhängig von der Tagesform. Von der Entwicklung, die die jugendlichen Mitglieder der Gruppe „Mutzurlücke“ durchlaufen haben, ist Richard Ewald begeistert: „Sie wussten vorher überhaupt nicht, was auf sie zukommt“. Für ihren ersten Auftritt hat die Theatergruppe gemeinsam ein Grundkonzept für mehrere Spielszenen entwickelt, bei denen die Darsteller in unterschiedlichen Konstellationen gemeinsam auf der Bühne stehen werden. Eine wesentliche Rolle soll dabei auch dem Publikum zukommen: „Die Zuschauer geben Stichwörter, entscheiden, in welchem Verhältnis die Personen auf der Bühne zueinander stehen sollen – also beispielsweise ein Liebespaar oder Eltern und Kinder sind – oder werden selbst in die Szenen eingebunden“, berichtet Ewald. Auch Live-Musik soll Bestandteil der Aufführung sein. „Die Darsteller sind Feuer und Flamme und wollen auf die Bühne“, betont Richard Ewald. Die erste Aufführung des Improvisationstheaters werde deshalb wohl nicht die letzte sein. „Über weitere Mitspieler würden wir uns freuen“, so der Jugendarbeiter.

Die Premiere des Improvisationstheaters „Mutzurlücke“ findet am kommenden Freitag, 31. Januar, in der evangelischen Stadtkirche in Heringen statt. Die Aufführung beginnt um 20 Uhr.(jce)

  Foto: jan-Christoph Eisenberg

Quelle: Hersfelder Zeitung

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