Rodung vorzeitig genehmigt

K+S schafft Platz für Halde: Erweiterung am Standort Wintershall wird vorbereitet

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Bäume weichen dem weißen Berg: Der Düngemittelhersteller K+S hat mit der Rodung für Haldenerweiterung am Standort Wintershall begonnen.

Der Düngemittelhersteller K+S hat mit den Vorbereitungen für die Erweiterung der Abraumhalde des Standorts Wintershall in Heringen begonnen.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hatte zuvor den Antrag des Werkes Werra auf vorzeitigen Beginn der Rodungsarbeiten zugelassen. Damit ist es laut Unternehmenssprecher Ulrich Göbel möglich, vor Beginn der Brut- und Setzzeit auf dem ersten Abschnitt Bäume zu fällen und die Fläche anschließend zeitgerecht für die spätere Beschüttung vorzubereiten.

Die Erweiterung der Rückstandshalde war 2018 beantragt worden. Sie ist laut K+S erforderlich, weil die genehmigte Fläche von insgesamt 110 Hektar für die Ablagerung fester Produktionsrückstände des Standortes Wintershall spätestens im zweiten Halbjahr 2020 ausgeschöpft ist. Die Halde soll deshalb um 25,7 Hektar nach Südosten in Richtung der K+S-Werksanlagen auf insgesamt 136 Hektar erweitert werden.

Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung dieses Vorhabens fällt nach Auskunft von Michael Conrad, Sprecher des RP als zuständiger Genehmigungsbehörde, voraussichtlich Mitte des Jahres. Den Antrag auf vorzeitigen Beginn der Vorbereitungen hat K+S gestellt, weil das Gesamtvorhaben laut Unternehmenssprecher hinreichende Aussicht auf Genehmigungsfähigkeit habe. Durch die Vorarbeiten sollen die Voraussetzungen für eine unterbrechungsfreie Entsorgung der Rückstände geschaffen werden, sodass zeitnah nach der Genehmigung mit der Beschüttung begonnen werden kann und die Produktion nicht unterbrochen werden muss. Die vorab genehmigten Arbeiten betreffen rund zwölf der insgesamt 25,7 Hektar großen Erweiterungsfläche. Die Maßnahmen werden laut K+S naturschutzfachlich begleitet und sind im Voraus vollständig durch flächengleiche Ersatzaufforstungen und teilweise bereits durch naturschutzrechtliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert worden. Zum Schutz der Haselmaus werde die Rodung der Wurzelstubben zeitlich von der eigentlichen Baumfällung getrennt und in die frostfreie Periode verlegt. Das soll es den Tieren ermöglichen, in neue Lebensräume in der Nachbarschaft abzuwandern.

Danach wird der Oberboden abgetragen und eine mineralische Dichtungsschicht aufgebracht. Anders als bislang, soll der neue Haldenabschnitt in zwei Lagen aufgeschüttet werden.

70 Prozent des Rohsalzes nicht nutzbar

Im Kaliwerk Werra werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Rohsalz gefördert. Rund 70 Prozent sind wirtschaftlich nicht nutzbar. Am K+S-Standort am Wintershall fallen deshalb jährlich etwa 7,2 Millionen Tonnen nicht verwertbare Rückstände an. 236 Millionen Tonnen dieses Abfalls, der überwiegend aus wasserlöslichen Salzen besteht, wurden bislang zur Halde aufgeschüttet, durch die Erweiterung soll die Kapazität um 81 Millionen Tonnen erhöht werden. jce

Quelle: Hersfelder Zeitung

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