Schutz gegen Schadstoffe im Boden

Kalk rieselt überm Seulingswald: Forstamt Rotenburg setzt Hubschrauber ein

Staubfahne über dem Waltersberg: Ein Kalk-Hubschrauber im Einsatz zwischen Herfa und Heimboldshausen. Foto: Eisenberg

Herfa/Hönebach. Das Forstamt Rotenburg lässt derzeit in den Revierförstereien Hönebach und Herfa den Wald kalken.

Voraussichtlich bis Mitte März sind insbesondere über den Waldflächen am Waltersberg zwischen Herfa und Heimboldshausen sowie im Seulingswald südlich der Autobahn A4 zwischen Friedewald und Bodesruh zwei Hubschrauber mit Streubehälter im Einsatz. Insgesamt werden laut Pressemitteilung des Forstamts rund 1307 Hektar gekalkt.

Ziel der sogenannten Kompensationskalkung sei es, der zum Teil tief reichenden Versauerung der Waldböden entgegenzuwirken. Diese gehe mit erheblichen Schädigungen des Ökosystems Wald einher. So werden mit sinkenden pH-Werten giftiges Aluminium und Schwermetalle ausgewaschen, die die Wurzeln der Bäume schädigen und außerdem das Grundwasser erreichen können. Auch Nährstoffe werden dem Boden entzogen und stehen damit den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung. Die Kalkung bedecke den Waldboden mit einer Schutzhülle. Der Kalk soll die über die Niederschläge eingetragenen Säuremengen in den obersten Bodenschichten über einen gewissen Zeitraum neutralisieren, um damit den Bodenzustand zu stabilisieren und zu verbessern. Die Kalkung diene auch dem Grundwasser- und damit dem Trinkwasserschutz.

Video: So funktioniert die Waldkalkung

Von der Kalkung seien Verkehrsflächen, siedlungsnahe und aus Naturschutzgründen sensible Flächen ausgeschlossen, teilt das Forstamt mit.

Ausgebracht wird der Magnesiumkalk per Hubschrauber. Bei einer Menge von etwa drei Tonnen pro Hektar können so pro Hubschrauber an einem Tag zwischen 60 und 75 Hektar Wald gekalkt werden. Zwei Hubschrauber sind zeitgleich unterwegs, um die Dauer des Einsatzes zu verkürzen.

Das Forstamt Rotenburg bittet die Bevölkerung, die Waldgebiete während der Hubschraubereinsätze nicht zu betreten. Vom Kalk selbst gehe zwar keine Gefahr aus, durch die Rotoren könne aber loses Material, beispielsweise Äste, aufgewirbelt werden. (red/jce)

Für Rückfragen steht Volker Neumann vom Forstamt Rotenburg, 06623/920222, zur Verfügung.

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