Stadtverordnete entschärften zum Unwillen von Bürgermeister Ries die Tagesordnung

Kein Zank zum Jahresende im Heringer Stadtparlament

Widdershausen. Für Heringer Verhältnisse fast schon friedvoll ist es während der letzten Sitzung des Stadtparlaments sieben Tage vor Heiligabend in der Widdershäuser Turnhalle über die Bühne gegangen.

Die unglaublich besinnliche Stimmung kam wohl nur auf, da die Mehrheit der Stadtpolitiker dafür sorgte, dass die Tagesordnung um drei Punkte zusammengestrichen wurde. Sehr zum Unmut von Bürgermeister Hans Ries.

Eigentlich hätten die Parlamentarier auf Wunsch des Bürgermeisters den Weg ebnen sollen, um endlich Klarheit in Geschehnisse aus den achtziger und neunziger Jahren zu bringen. Damals soll nach den Worten des Bürgermeisters einer seiner Amtsvorgänger – Roland Hühn – zweckgebundenes Geld nicht für vorgesehene Kanalbauprojekte eingesetzt haben. Zu allem Überfluss war aus Sicht von Hans Ries die Ehefrau des damals tätigen Bürgermeisters in den vergangenen Jahren auch noch als Kommunalaufseherin für die Werrastadt zuständig. Doch den Forderungen nach endgültiger Aufklärung all dieser Vorgänge verweigerte das Gros des Parlaments seine Zustimmung.

In den Angelegenheiten gegen seinen Amtsvorgänger und die besagte Kommunalaufseherin Marianne Hühn behält sich der Bürgermeister nun persönliche Schritte vor.

Ebenso wurde der Entwurf einer Schiedsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Unternehmen K+S für den Bau einer Trennwasserkanalisation im Bereich Wölfershäuser Straße /Am Heinerberg – dort, wo seit Jahren Lauge in die Kanalisation gelangt – nicht zugestimmt. Der Magistrat muss nun eine neue Vorlage erarbeiten.

Der Rest der Tagesordnung beinhaltete dann kaum mehr Reibungspunkte, sodass die Sitzung ohne die sonst üblichen Redeschlachten zum Abschluss kam. Einstimmig wurde eine Resolution für K+S gefasst, wonach die Genehmigungsbehörden aufgefordert werden, die Versenkerlaubnis zu verlängern und so die Produktion zu sichern.

Zudem stellte der Bürgermeister das Zahlenwerk für das kommende Jahr vor. Der Haushaltsentwurf weist im Ergebnishaushalt einen Fehlbetrag von 2 880 290 Euro aus. Alleine diese Zahl dürfte dann wieder für eine etwas aufgeheiztere Stimmungslage während der ersten Sitzung des Stadtparlaments im kommenden Jahr beitragen. Schließlich ist am 6. März auch Kommunal- und Bürgermeisterwahl. Da werden die Protagonisten vorher noch die ein oder andere Duftmarke setzen wollen.

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