Auf Grundstück am Vachaer Berg

Kita statt Altenzentrum: Heringer Parlament bereitet Neubau vor

Das Bild zeigt das Areal oberhalb der Heringer Werratalschule, auf dem der Kita- und Krippenneubau entstehen könnte.
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Am Stadtrand: Auf diesem Areal oberhalb der Heringer Werratalschule könnte der Kita- und Krippenneubau entstehen. Mit der Aufnahme der Fläche ins Stadtumbauprogramm wird der Rückkauf von der Awo ermöglicht.

Die Weichen für einen Neubau von Kinderkrippe und Kindertagesstätte auf einem Grundstück am Vachaer Berg in Heringen sind gestellt.

Heringen - Das Heringer Stadtparlament hat am Donnerstagabend während seiner Sitzung im Bürgerhaus die Weichen für einen Neubau von Kinderkrippe und Kindertagesstätte auf einem Grundstück am Vachaer Berg gestellt. Konkret beschlossen die Stadtverordneten mit der Mehrheit von SPD und CDU bei fünf Gegenstimmen der WGH und vier Enthaltungen aus WGH und SPD, das Fördergebiet des Stadtumbauprogramms um das 5000 Quadratmeter große Areal oberhalb der Werratalschule zu erweitern.

Dadurch kann ein Parlamentsbeschluss aus dem Februar 2020 umgesetzt werden: An den Rückkauf der Fläche von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) für rund 92 000 Euro hatten die Mandatsträger damals die Bedingungen geknüpft, dass dieser mit 67 100 Euro aus dem Stadtumbauprogramm bezuschusst wird und der Wohlfahrtsverband verbindlich den Bau von 18 bis 24 barrierefreien Wohneinheiten an anderer Stelle zusichert. Am Vachaer Berg wollte die Awo ursprünglich ein Altenzentrum errichten, das nun näher am bestehenden Pflegeheim an der Fuldischen Aue entstehen soll.

Der Ausbau der Kita war bereits Bestandteil des Stadtumbau-Konzepts. Allerdings müsse auch die Krippe erweitert werden, begründete Bürgermeister Daniel Iliev mit Blick auf den begrenzten Platz und die angespannte Verkehrssituation an der Vachaer Straße die Neubaupläne. Ebenfalls in den Stadtumbau aufgenommen wird mit dem Parlamentsbeschluss der benachbarte Friedhof. Weil sich auch der Zustand von Trauerhalle und Wegen zunehmend verschlechtere, biete sich bei dieser Gelegenheit an, das Fördergebiet entsprechend auszuweiten, argumentierte der Rathauschef.

Ilievs Amtsvorgänger Hans Ries (WGH) warnte hingegen davor, für den Kita-Neubau weitere Grünflächen am Stadtrand zu versiegeln, während innerorts die Bausubstanz zerfalle „wie ein fauler Zahn“. Ein Antrag der WGH, die Entscheidung zurückzustellen und zunächst in den Gremien nach innerörtlichen Alternativstandorten – insbesondere auf dem Areal des alten Hallenbades – zu suchen, fand jedoch keine Mehrheit.

Das Awo-Grundstück sei besser geeignet, weil es nicht direkt an der Dickesstraße liege und die Natur direkt vor der Tür sei, entgegnete Iliev. Mit dem Neubau dort würden zudem Scherben gekittet, die sein Vorgänger hinterlassen habe: „Schließlich ist 2014 der Awo in einem Brief ohne Magistratsbeschluss der Rückkauf des Grundstücks versprochen worden.“

Mehrheitlich beschlossen wurde ein Ergänzungsantrag von SPD und CDU, der bereits konkrete Schritte für den Neubau vorsieht: Demnach soll der Magistrat eine Kostenkalkulation für eine kombinierte Krippe und Kindertagesstätte an diesem Standort vorlegen, um eine 90-prozentige Förderung aus dem Landesinvestitionsprogramm beantragen zu können. Bernd Maus (SPD) begründete das mit hohen Sanierungskosten für die bestehende Kita sowie den gestiegenen Betreuungsbedarf. „Wir müssen dringend den Beschluss fassen, sonst lassen wir 90 Prozent Landesförderung verstreichen“, ergänzte Eckhard Bock (CDU). Mit dem Neubau würden zudem Fehler der Vergangenheit ausgebügelt: „Es wäre für die Bürger nicht plausibel, wenn wir dort teures Ackerland kaufen.“ (Jan-Christoph Eisenberg)

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