"Bauernkrieg 2.0"

Heute Mahnfeuer und Protestfahrt der Landwirte aus Hessen und Thüringen

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Flashmob: Heute protestieren im Werratal Landwirte für die Zukunft ihres Berufsstands.

Eine länderübergreifende Protestaktion von Landwirten soll am Freitag im hessisch-thüringischen Grenzgebiet stattfinden.

Geplant sind ein Mahnfeuer in Dippach sowie eine Traktoren-Protestfahrt durch die Nachbarorte in Hessen und Thüringen. Zu der Demonstration aufgerufen hat der Kreisbauernverband Eisenach/Bad Salzungen. Im Jahr 2020 würden sowohl auf EU- als auch auf Landesebene die Agrar- und umweltpolitischen Pflöcke eingeschlagen, heißt es in einem Aufruf an die Landwirte: „Damit diese Pflöcke nicht zum Bollwerk für die Zukunftsfähigkeit unserer Landwirtschaft werden, müssen wir Bauern mit dem weiter machen, was wir 2019 mit unseren Demonstrationen begonnen haben“. Bei der Demonstration wollen die Landwirte unter anderem ihr Mitspracherecht sowie eine „ehrliche und offene Politik“ einfordern, die auch mal Fehler eingestehe und sich „hinter die Landwirtschaft stellt und nicht gegen sie“.

Überschrieben ist der Demonstrationsaufruf mit dem Titel „Farmers Friday for Future # Bauernkrieg 2.0“. Auch inhaltlich wird in dem Schreiben auf den Deutschen Bauernkrieg von 1524 bis 1526 Bezug genommen: Bereits vor 500 Jahren sei vom Gerstengau aus der Werrahaufen aufgebrochen, um die Drangsalierung durch die Landesfürsten und Herren zu bekämpfen. Der Werrahaufen war im Bauernkrieg ein Zusammenschluss von aufständischen Bauern und Handwerkern. Dieser historische Vergleich sei bewusst polarisierend gewählt, um den Zukunftsängsten der Branche ausdruck zu verleihen, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Eisenach/Bad Salzungen, Uwe Teske, gegenüber unserer Zeitung.

Kleine und große Betriebe seien gleichermaßen betroffen, so Teske, der Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft in Dankmarshausen ist. Der Protestaufruf richtet sich an Landwirte in Thüringen und Hessen. Auch Verbraucher und Politiker seien eingeladen, den Dialog mit den Teilnehmern zu suchen und ihre Fragen an die Landwirte zu richten. Das Mahnfeuer soll um 17 Uhr auf dem Liegensberg – gut sichtbar von der A 4 – entzündet werden. Der Weg dorthin ist laut Teske ab der Ortsmitte von Dippach ausgeschildert. Danach ist eine Protestrundfahrt über Dippach, Berka, Horschlitt, Auenheim-Rienau, Gerstungen, Herda, Obersuhl, Bosserode, Hönebach, Dankmarshausen, Widdershausen und Heringen geplant, die Ausgangspunkt mit einer Abschlusskundgebung endet. In den genannten Orten kommt deshalb laut Pressemitteilung des Wartburgkreises in den genannten Orten von etwa 18 bis 20.30 Uhr zu Verkehrsbeeinträchtigungen. jce

Quelle: Hersfelder Zeitung

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