Kläranlage im Stadtteil Herfa soll bei laufendem Betrieb saniert werden

Heringen investiert 1,5 Millionen Euro für sauberes Wasser

Das Fotos zeigt die Herfaer Kläranlage die bis Jahresende saniert werden soll. Die Pläne dafür stellten Ingenieur Manfred Koitz und Bürgermeister Daniel Iliev (zweiter und dritter von links) mit weiteren Vertretern von Stadt und beteiligten Firmen am Donnerstag vor.
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Baustart in Herfa: Klärteiche (links) sowie Tropfkörper und Betriebsgebäude (hinten) der Herfaer Kläranlage sollen bis Jahresende saniert werden. Die Pläne dafür stellten Ingenieur Manfred Koitz und Bürgermeister Daniel Iliev (zweiter und dritter von links) mit weiteren Vertretern von Stadt und beteiligten Firmen am Donnerstag vor.

Die Kläranlage im Heringen Stadtteil Herfa wird bei laufendem Betrieb schrittweise saniert. Die Stadt investiert dafür 1,5 Millionen Euro.

Herfa – Dass an der Kläranlage des Heringer Stadtteils Herfa seit der Eröffnung im Jahr 1983 kräftig der Zahn der Zeit genagt hat, wird vielerorts auf dem Areal geradezu augenfällig.

Voraussichtlich Anfang Juli soll nun die umfangreiche Sanierung der sogenannten Teichkläranlage mit vorgeschaltetem Tropfkörper beginnen. Die Planungen dafür reichen bis ins Jahr 2009 zurück, weshalb Bürgermeister Daniel Iliev am Donnerstag während er Bauanlaufbesprechung mit Vertretern der beteiligten Firmen und Planungsbüros von einer „unendlichen Geschichte“ sprach, die nun zu einem guten Abschluss gebracht werden solle.

Besondere Herausforderung dabei: Die Bauarbeiten müssen quasi bei laufendem Betrieb stattfinden. Denn um die Reinigung des Abwassers aus Herfa zu gewährleisten, könnten die Anlagenteile nur abschnittsweise nacheinander abgeschaltet und erneuert werden, erklärte Manfred Koitz vom Ingenieurbüro Gajowski, das die Sanierung koordiniert.

Begonnen werde im Klärteich mit der Reparatur der Böschung sowie der Montage neuer Belüftungseinheiten und einer schwimmenden Tauchwand, welche nach hohem Regenwasseraufkommen aus der Kanalisation den Schlamm im Teich zurückhalten soll. Der Klärteich wie auch der nachgeschaltete Schönungsteich sollen zudem jeweils mit einer Zufahrtsrampe ausgerüstet werden, um künftig das Räumen des Klärschlamms mit Amphibienfahrzeugen zu erleichtern.

Erst wenn beide Teiche wieder voll funktionstüchtig sind, beginnt die Erneuerung des Tropfkörpers. Dieser Anlagenteil reinigt das Abwasser, indem es über grobporiges Füllmaterial rieselt. Die baufällige Außenhülle soll saniert und gedämmt werden, um die Auskühlung zu verhindern. Auch der vierarmige Drehsprenger im Inneren werde ersetzt, so Manfred Koitz. Umfangreich erneuert werden auch Beton, Dach und Technik des Betriebsgebäudes sowie die Elektrik. Im Zuge der Sanierung soll gleichzeitig der Abwasserweg optimiert werden: Bislang ist der Tropfkörper den beiden Klärteichen vorgeschaltet.

Laut Manfred Koitz ist das eher unüblich. Deshalb werde dieser Reinigungsschritt künftig zwischen den Klärteichen stattfinden. Zudem werde die Anlage zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtline mit einer dauerhaften Phosphatelimination ausgerüstet, welche die bisherige Übergangslösung aus freistehenden Tanks ersetzt.

Bis zum Jahresende müsse die sanierte Kläranlage voll funktionstüchtig sein, unterstrich Koitz. 2022 sollen dann noch für eine bessere Erreichbarkeit bei Problemen und Reparaturen die bislang unbefestigten Zufahrten und Kontrollwege asphaltiert werden.

Einschließlich einer bereits im Jahr 2019 installierten neuen Rechenanlage geht die Stadt Heringen für die umfangreiche Sanierung der Herfaer Kläranlage von einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 1,5 Millionen Euro aus. (Jan-Christoph Eisenberg)

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