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Flutung der Grube Springen mit Salzabwasser: K+S muss Unterlagen nachbessern

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Die Vorbereitungen laufen: Projektleiter Stephan Deppe an der Rohrleitung für den Transport des Salzwassers für die Flutung der Grube Springen, die K+S unter Tage größtenteils bereits gebaut hat.
Bereits montiert: Unser Bild aus dem vergangenen Jahr zeigt Projektleiter Stephan Deppe an der Rohrleitung, die das Salzwasser vom Schacht Grimberg in Heringen ins Südwestfeld der Grube Springen bringen soll. © Jan-Christoph Eisenberg

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat sein Einvernehmen für die kontrollierte Flutung der stillgelegten Kaligrube Springen im Wartburgkreis vorerst nicht erteilt.

Hersfeld-Rotenburg – Das Bergbau-Unternehmen K+S muss sein Konzept für die sogenannte Einstapelung, also die kontrollierte Flutung der ehemaligen Kaligrube Springen im Wartburgkreis mit Salzabwasser aus der Kaliproduktion, nachbessern.

Das Regierungspräsidium Kassel (RP) hat sein Einvernehmen für das Vorhaben vorerst nicht erteilt, wie die RP-Sprecher Katrin Walmanns und Hendrik Kalvelage auf Nachfrage mitteilen. In das Südwest- und Nordfeld des stillgelegten Bergwerks will K+S in den kommenden zehn bis 15 Jahren 21 Millionen Kubikmeter mit Magnesiumchlorid gesättigtes Salzabwasser einleiten, um neue Entsorgungskapazitäten zu schaffen und zugleich einen unkontrollierten Salzlösungseintritt als Bergbaualtlast aus DDR-Zeiten zu stoppen. Beginn sollte ursprünglich im ersten Halbjahr 2022 sein.

Federführend im Genehmigungsverfahren ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN). Gemäß einem Staatsvertrag, den die Landtage in Wiesbaden und Erfurt Ende 2020 für das Vorhaben geändert hatten, ist eine Genehmigung allerdings nur im Einvernehmen beider Bundesländer möglich. Das RP habe zur Bewertung hochkomplexer Antragsunterlagen auch ein externes Gutachten in Auftrag gegeben und komme vorläufig zu dem Schluss, dass die aktuell von K+S vorgelegten Nachweise nicht ausreichen, heißt es aus der Pressestelle der Behörde.

Nachbesserungsbedarf sieht das RP demnach insbesondere beim sogenannten Markscheidesicherheitspfeiler, einer natürlichen, mindestens 200 Meter dicken Barriere aus unversehrtem Salzgestein zwischen den Grubenfeldern in Hessen und Thüringen, die für den Bau der Salzwasser-Leitung an zwei Punkten durchbohrt werden müsste. Im Fokus stehe insbesondere die Sicherheit der tiefer als das Grubenfeld Springen gelegenen Untertagedeponie Herfa-Neurode, in der seit 50 Jahren gefährliche Abfälle eingelagert werden.

Das RP habe die Einstapelung nicht grundsätzlich untersagt, sondern halte sie nur vorläufig noch nicht für zulassungsfähig und habe inhaltliche Nachfragen formuliert, betont K+S-Sprecher Marcus Janz. Der Verein Werra-Weser-Anrainerkonferenz, ein Zusammenschluss flussabwärts gelegener Kommunen, Vereine und Verbände, bezeichnet die Einstapelung auf ihrer Homepage nach der Entscheidung des RP dagegen als „gescheitert“.

K+S hält Pläne weiterhin für genehmigungsfähig

K+S-Sprecher Marcus Janz verweist auf Forschungsprojekte, bei denen die Flutung seit 2007 umfassend untersucht worden sei. K+S halte die Pläne daher weiter für genehmigungsfähig und werde kurzfristig weitere Gespräche mit den Behörden führen, um Nachfragen zu klären und eine möglichst zeitnahe Genehmigung zu erreichen. Die Salzwasser-Entsorgung sei durch die Einleitung in die Werra, zusätzliche Zwischenlager und den Transport in andere stillgelegte Bergwerke gesichert. (Jan-Christoph Eisenberg)

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