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O2-Mobilfunknetz in Heringen: Störung seit mehreren Monaten

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Telefonica
Hier liege das eigentliche Problem: beim Telekommunikationsanbieter Telefonica. © Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Keine Anrufe und kein mobiles Internet: Wer derzeit in Heringen das O2-Handynetz des Telekommunikationsanbieters Telefónica nutzen möchte, hat schlechte Karten.

Heringen – Bereits seit mehreren Monaten haben O2-Nutzer im Stadtgebiet keinen beziehungsweise äußerst schlechten Empfang. „Bei uns im Rathaus häufen sich die Beschwerden, weil das gesamte O2-Netz nicht richtig funktioniert“, berichtet Bürgermeister Daniel Iliev (SPD). Vor einiger Zeit habe er deshalb bereits Kontakt zu Telefónica aufgenommen. „Da hieß es allerdings, es handele sich nur um temporäre Störungen“, erinnert sich der Rathauschef. Verbessert habe sich seither allerdings nichts.

Direkt vom schlechten Empfang betroffen war der Erste Stadtrat Johannes Beyer (SPD) aus Wölfershausen, der das O2-Netz über einen Drittanbieter nutzte. Etwa seit Mitte Mai habe er weder Telefonate führen noch Anrufe empfangen können erinnert sich Beyer.

Das eigentliche Problem liege beim Netzbetreiber Telefónica

Über die Störung habe er auch mehrfach seinen Mobilfunkanbieter unterrichtet – wenngleich ihm bewusst sei, dass das eigentliche Problem beim Netzbetreiber Telefonica liege. „Zwischenzeitlich hatte ich auch kurz wieder Empfang, allerdings nicht mal eine Stunde lang“, berichtet der Erste Stadtrat. Mitte Juni habe er dann „die Faxen dicke“ gehabt und seinen Mobilfunkvertrag gekündigt, um ins Vodafone-Netz zu wechseln.

Auf Nachfrage unserer Zeitung äußert sich Telefónica Germany eher vage zu den Problemen in Heringen: Es komme derzeit „zu vorübergehenden lokalen Einschränkungen der mobilen Telefonie und Datennutzung vor Ort, was wir sehr bedauern“, heißt es aus der Konzernpressestelle in Düsseldorf. Grund dafür seien „Performance-Einschränkungen in der Netztechnik an unserem Mobilfunkstandort in Heringen“, deren Behebung sich „leider als entsprechend komplex“ gestalte, sodass die Netztechniker des Unternehmens die Einschränkungen bisher nicht wie gewohnt hätten.

„Der Standort ist bedauerlicherweise vorübergehend gestört“

Es werde zügig an der schnellstmöglichen Entstörung gearbeitet, damit die Kunden vor Ort wieder alle ihre digitalen Anwendungen nutzen könnten. „Für zwischenzeitlich entstandene Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen“, heißt es in der Erkärung der Telefónica-Pressestelle abschließend.

Gerüchte, ein Sendestandort von O2 im Stadtgebiet sei komplett abgebaut worden, weist das Unternehmen auf Nachfrage zurück: „Der von Ihnen genannte Standort wurde nicht abgebaut. Der Standort ist bedauerlicherweise vorübergehend gestört“, heißt es dazu aus der Telefónica-Pressestelle.

Heringens Bürgermeister fordert eine Entschädigung

Für Heringens Bürgermeister Daniel Iliev ist die aktuelle Situation nicht hinnehmbar: „Ich erwarte von einem Telekommunikationsriesen wie der Telefónica, dass diese untragbaren Zustände behoben werden und die treuen Kundinnen und Kunden entschädigt werden. Es ist untragbar, dass über mehrere Monate hinweg keine Verbindungen möglich sind und die Menschen vor Ort lediglich vertröstet werden.

Für mich ist es schlichtweg ein Armutszeugnis, wenn im Jahr 2022 ein Weltkonzern nicht in der Lage ist, seine geschlossenen Verträge zu erfüllen und Kunden dadurch zwingt, zu kündigen“, unterstreicht der Rathauschef. (Jan-Christoph Eisenberg)

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