Prozess gegen den Würger von Heringen

Opfer gestorben: Jetzt geht es für den Würger von Heringen um Totschlag

Fulda. Im Prozess vor dem Fuldaer Schwurgericht gegen den Würger von Heringen geht es jetzt um einen vollendeten Totschlag: Nachdem das Opfer, die 24 Jahre alte Freundin des Angeklagten, vor wenigen Tagen verstorben ist, erteilte die Strafkammer durch ihren Vorsitzenden Josef Richter einen entsprechenden rechtlichen Hinweis.

Bisher war dem 23-jährigen Heringer „nur“ versuchter Totschlag in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung vorgeworfen worden.

Der junge Mann, der zwar die Täterschaft eingeräumt hat, sich zum eigentlichen Tatgeschehen aber auf eine Erinnerungslücke beruft („Da war ein Knall in meinem Kopf“) hatte die Hersfelderin am 18. Juni vergangenen Jahres bei einem Spaziergang in den Werrawiesen bei Wölfershausen offenbar derart gewürgt, dass sie schwerste Hirnschäden erlitt. Bis zu ihrem Tod am 9. Februar lag die Verletzte ohne Aussicht auf Besserung ihres Zustandes im Koma.

In Zweifel gezogen

Die Aussage des Angeklagten, dass die Beziehung der beiden abgesehen von gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten in Ordnung gewesen sei und es trotz eines eingestandenen Seitensprungs der Freundin auch während des Spaziergangs keinen Streit gegeben habe, wurde während der vergangenen Prozesstage in Zweifel gezogen.

Mehrere Zeugen von der Bad Hersfelder Kriminalpolizei berichteten von Beziehungsstress und Trennungsabsichten. Untermauert wurde dies vor allem durch die Auswertungen der Chatverläufe von Handys des Angeklagten, der Verstorbenen sowie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Auch die bereits fix und fertig gepackte Tasche des Heringers in der Wohnung der Freundin deutete auf Abschied hin.

Der Prozess wird nun am Donnerstag, 8. März, fortgesetzt. Die weiteren Termine reichen mittlerweile bis zum 12. April.

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