Bürgermeister Daniel Iliev legt Haushaltsentwurf vor

Heringen ist trotz Corona optimistisch

Das Foto zeigt die nachgebaute Kaue in einem Kalibergwerk in der Ausstellung des Kali-Bergbaumuseums in Heringen.
+
Eines der größeren Projekte im Heringer Haushalt: Für die Sanierung des Heringer Kalimuseums, im Bild die nachgebaute Kaue in der Ausstellung, sind im kommenden Jahr 50 000 Euro eingeplant.

Trotz Corona blickte Heringens Bürgermeister Daniel Iliev optimistisch in die Zukunft, als er während der Sitzung des Stadtparlaments den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorstellte.

Heringen - Das Zahlenwerk weist im Ergebnisteil einen Überschuss von 246 100 Euro vor. Dennoch bleibe die Pandemie nicht ohne Folgen – entsprechend konservativ sei der Haushalt aufgestellt worden. So sinken die ordentlichen Erträge gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Millionen Euro auf 24,54 Millionen Euro. Insbesondere der Gewerbesteueransatz sei um 3,5 auf 7,3 Millionen Euro nach unten korrigiert worden. Gestiegen seien zudem die Erträge bei den sogenannten Kostenersatzleistungen – durch das Gute-Kita-Gesetz erwarte die Kommune zusätzlich rund 148 000 Euro.

Zudem sei es gelungen, auch die Aufwendungen um rund 1,2 Millionen Euro auf 22,63 Millionen Euro zu reduzieren. So sei etwa der Ansatz für Instandhaltungen um rund 633 000 Euro gemindert worden. „Dies ist eine enorme Leistung, schließlich dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Einrichtungen einem massiven Sanierungsstau unterliegen. Hier müssen wir weiterhin richtig viel Geld verausgaben, sind aber auf dem richtigen Weg“, sagte Iliev. Als „besorgniserregend“ bezeichnete der Rathauschef die Entwicklung der Personalkosten. Für die Kitas fordere der Gesetzgeber einen Personalpuffer von 22 Prozent. Damit erhöhe sich dieser Ansatz alleine um 279 000 Euro. Hinzu kämen die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst. „Von 2004 bis 2016 erhöhten sich die Personalkosten von 2,8 Millionen auf 5,5 Millionen Euro. Diese Kostenexplosion lässt sich nicht auffangen, auch wenn die Verwaltung hier seit 2017 klar umdenkt“, so der Rathauschef. Der auch als Cashflow bekannte Saldo aus Einzahlungen und Auszahlungen laufender Verwaltungstätigkeit – laut Iliev die Königsdisziplin der Haushaltsführung – weist einen Überschuss von 2,49 Millionen Euro auf.

Neue Kredite sind im Haushaltsentwurf nicht vorgesehen, allerdings müsse angesichts der schwierigen Zeiten der bislang nicht vollständig ausgeschöpfte Kreditrahmen von 12 Millionen Euro in Anspruch genommen werden. Um nicht in Liquiditätsschwierigkeiten zu geraten, soll zudem der Rahmen für die Kassenkredite – vergleichbar mit dem Dispo bei Privatleuten – auf 7,5 Millionen Euro steigen. „Die Erstattung von Beiträgen, Zuweisungen oder Steuerzahlungen könnten das Haushaltsjahr verzerren“, erklärte Iliev diesen Schritt.

Insgesamt tilgt die Stadt in diesem Jahr 2,48 Millionen Euro Schulden, sodass die Werrastadt zum Jahresende voraussichtlich noch mit 83 Millionen Euro in der Kreide steht.

Für das kommende Jahr sind Investitionen von insgesamt 2,7 Millionen vorgesehen. Größte Brocken sind die zu 100 Prozent geförderte Radwegverlegung in Leimbach (780 700 Euro), die Sanierung der Kläranlage Herfa (484 500 Euro), die Sportplatzsanierung (450 000 Euro), die Inliner-Kanalsanierungen in Bengendorf, Leimbach und Herfa (300 000 Euro), die Erweiterung des Feuerwehrhauses in Heringen (270 000 Euro), die Sanierung des Kalimuseums (50 00 Euro) und neue Mannschaftstransporter für die Feuerwehren Widdershausen und Herfa (50 00 Euro).

„Wir investieren weiterhin in unsere Stadt und bauen sogar Schulden ab. Unsere Arbeit scheint also nicht so schlecht zu sein“, lautete Ilievs Fazit. (Jan-Christoph Eisenberg)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.