Leitungsnetz wird ausgebaut - Wasser kommt aus Thüringen

Sichere Wasserversorgung für Kleinensee und Großensee

Bad Foto zeigt von links Ingenieur Thomas Huth, Bürgermeister Daniel Iliev, Wassermeister Michael Reinmüller und Stadtwerke-Chef Heiko Habermann an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Kleinensee und Großensee (im Hintergrund). Wo genau die neue Wasserleitung zwischen beiden Orten verläuft, steht noch nicht fest.
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An historischer Stätte: Ingenieur Thomas Huth, Bürgermeister Daniel Iliev, Wassermeister Michael Reinmüller und Stadtwerke-Chef Heiko Habermann an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Kleinensee und Großensee (im Hintergrund).

Die Wassernetze des Heringer Stadtteils Kleinensee und des Nachbarorts Großensee in Thüringen sollen verbunden werden. Ziel ist mehr Versorgungssicherheit.

Kleinensee/Großensee – Als junger Bundesgrenzschützer hat Thomas Huth einst an der innerdeutschen Grenze zwischen Kleinensee und Großensee Dienst getan.

Jetzt sorgt der Ingenieur des Kasseler Büros AGC dafür, dass die Nachbarorte in Hessen und Thüringen auch bei der Wasserversorgung noch enger zusammenwachsen. Wobei Trinkwasser – im Gegensatz zu den Bewohnern – den Eisernen Vorhang auch zu DDR-Zeiten relativ ungehindert passieren durfte.

Denn seinen Bedarf deckte der Heringer Stadtteil Kleinensee auch zu DDR-Zeiten aus der Quelle Großensee im benachbarten Thüringen. Dass die Leitung dorthin vor zwei Jahren erneuert worden ist, erleichtere nun den Aufbau eines Versorgungsverbundes mit dem Zweckverband Horschlitter Mulde, berichtet Heiko Habermann, Leiter der Heringer Stadtwerke.

Im Laufe dieses Jahres sollen dazu zwei zusätzliche Wasserleitungen verlegt werden. Eine soll die Quelle Hönebach mit der Quelle Großensee verbinden. Anders als der Name vermuten lässt, befindet sich auch die Quelle Hönebach auf Thüringer Gebiet und liefert das Trinkwasser für Großensee und Dankmarshausen. Das Wasser aus beiden Quellen soll künftig gemeinsam durch die vorhandene Leitung nach Kleinensee fließen, um in der dortigen Anlage der Stadtwerke aufbereitet zu werden. Vom Hochbehälter aus wird des dann ins Ortsnetz des Heringer Stadtteils eingespeist.

Über eine weitere geplante Leitung samt Druckerhöhungsstation gelangt es von dort ins Ortsnetz und den Hochbehälter von Großensee. In den darauffolgenden Jahren werde in einem dritten Bauabschnitt auch die Verbindungsleitung zwischen Großensee und Dankmarshausen erneuert.

Die Besonderheit: Sowohl diese Leitung zwischen den beiden Stadtteilen der Stadt Werra-Suhl-Tal, als auch die geplante Leitung zwischen Kleinensee und Großensee funktioniere in beide Richtungen, erklärt Heiko Habermann. Überschüssiges Wasser aus Großensee und Kleinensee werde nach Dankmarshausen geliefert.

Bei Wasserknappheit könne aber auch in umgekehrter Richtung Wasser aus Dankmarshausen, nach Großensee und Kleinensee gepumpt werden. Denn Dankmarshausen ist auch an die Fernleitung aus dem Thüringer Wald des Zweckverbandes Horschlitter Mulde angebunden. Profitieren sollen davon beide Seiten.

Für Kleinensee beende das Projekt die Insellage bei der Trinkwasserversorgung. Auf Thüringer Seite entfalle der Neubau eines abgängigen Wasserwerks, weil das Wasser beider Quellen jetzt zentral in Kleinensee aufbereitet wird. Weil der Leitungsbau der Versorgungssicherheit diene, fördere der Bund das rund 392 000 Euro teuere Projekt der Stadtwerke mit 196 200 Euro, berichtet Bürgermeister Daniel Iliev. Neben rückläufigen Quellschüttungen infolge trockener Jahre bereitet der Stadt bei der Trinkwasserversorgung von Kleinensee vor allem ein ab dem Jahr 2009 unterhalb der K+S-Abraumhalde gebohrter und 2015 in Betrieb genommener Tiefbrunnen Probleme. Wegen starker Chlorideinträge musste dieser vom Netz genommen werden. Er sei inzwischen zu einer Messstelle umgewandelt worden berichtet Stadtwerke-Chef Heiko Habermann.

Die Hoffnung, dass die sich die Werte irgendwann normalisieren werden, habe die Stadt noch nicht vollständig aufgegeben. (Jan-Christoph Eisenberg)

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