80 Prozent Haldenwässer sollen eingespart werden

K+S will den Monte Kali in Heringen begrünen

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Heute: Weiß strahlt der Monte Kali in der Sonne. Morgen: Ein dicht bewaldeter Monte Kali? Die Fotomontage zeigt ein Bild des waldreichen „Landeckers“ bei Schenklengsfeld. Nur der Monte-Kali-Gipfel ragt noch heraus.

Heringen. Der Monte Kali wird Grün. Mit der Abdeckung und Begrünung soll der Anfall von Salzabwässern, die durch Niederschlag auf die Salzberge entstehen, erheblich verringert werden. 

„Für eine solche Abdeckung und Begrünung existieren keine standardisierten Verfahren“, erzählt Michael Pühra (35), seit 2008 Umweltingenieur bei K+S und im Werk Werra für das Projekt Haldenabdeckung verantwortlich, im Exklusiv-Gespräch mit unserer Partnerzeitung, der Hersfelder Zeitung.

Ein geeignetes Verfahren werde gerade entwickelt. Seit September 2013 läuft ein Lysimeterversuch an der Halde Wintershall, dem Monte Kali, der vom Witzenhausener Ingenieurbüro Umweltsicherung von Prof. Dr. Helge Schmeisky und dem Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel begleitet wird.

Der Versuch zeigt schon beachtliche Erfolge: Auf einer gut 20 mal 25 Meter großen Fläche konnten mittels Verdunstung durch Begrünung bereits im ersten Versuchsjahr rund 75 Prozent der Haldenwässer eingespart werden. Insbesondere angesichts der geplanten Haldenerweiterungen an den Standorten Hattorf und Wintershall, die zwangsläufig mit einem zusätzlichen Anfall an Haldenwässern einhergehen, vermitteln die Ergebnisse des Lysimeterversuches wichtige Informationen zur Realisierung von Haldenbegrünungen in einem größeren Maßstab.

Der Monte Kali wird grün: Auf dem Lysimeterfeld halten Umweltingenieur Michael Pühra und Projektingenieurin Aline Fiedler ein Modell im Maßstab 1:2, das alle Schichten der Haldenabdeckung zeigt. 

Errichtet wurde das Lysimeterfeld auf einem Absatz der Haldenböschung am Monte Kali im Sommer 2013. In das Feld mit einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern wurden acht sogenannte Lysimetertöpfe eingebaut. Michael Pühra: „Bei den „Töpfen“ handelt es sich um stattliche Behälter mit einer Höhe von drei Metern und einem Durchmesser von 1,6 Metern. Sie haben eine definierte Oberfläche von zwei Quadratmetern und sind mit verschiedenen Mischungen von Verbrennungsaschen gefüllt.“ Diese Mischungen seien kein gefährlicher Abfall von Verbrennungsanlagen und zum Teil gemischt mit Kompost. Im Vorfeld des Lysimeterversuches hätten sich diese Mischungen in Laborversuchen als geeignet und begrünbar erwiesen.

„Um das Verhalten an der Böschung zu testen und um die Oberfläche der Versuchsgefäße in eine ebene Oberfläche einzubetten, wurde auch die gesamte Fläche um die Lysimetertöpfe herum mit der Mischung aufgefüllt“, erzählt Michael Pühra. In den vegetationsarmen Wintermonaten speichere das aufgebrachte Substrat einen großen Teil des Niederschlags, der dann im Frühjahr und Sommer durch die Pflanzen aktiv verdunstet wird. „Gesät wurde hier nur das Gras, diverse andere Pflanzen sind bereits auf natürlichem Wege eingeflogen“, erklärt Pühra zufrieden.

Die begrünten Halden verändern das Landschaftsbild des Werratals und es entstehen neue Lebensräume nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Tiere. „Hasen fühlen sich jetzt schon auf dem Lysimeterfeld wohl und freuen sich über die frischen grünen Leckerbissen auf dem Versuchsfeld“, schmunzelt die junge Projektingenieurin Aline Fiedler (25) beim Fototermin am Monte Kali.

Von Ludger Konopka

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