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Windpark auf dem Waltersberg bei Heringen soll wachsen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Blick vom Dreienberg auf den Windpark Waltersberg: Zu den sieben Anlagen zwischen Herfa und Lautenhausen könnten weitere hinzukommen.
Blick vom Dreienberg auf den Windpark Waltersberg: Zu den sieben Anlagen zwischen Herfa und Lautenhausen könnten weitere hinzukommen. © Jan-Christoph Eisenberg

Statt der bislang sieben könnten sich auf dem Waltersberg bei Heringen in Zukunft zehn Rotoren drehen.

Herfa – Das Unternehmen Alterric aus dem niedersächsischen Aurich prüfe derzeit die Erweiterung des im Wald auf dem Gebiet der Stadt Heringen errichteten Windpaks zwischen dem Stadtteil Herfa und dem Friedewalder Ortsteil Lautenhausen, erklärt Firmensprecher Sebastian Küstermeyer auf Nachfrage unserer Zeitung.

Bei Alterric handelt es sich laut Küstermeyer um ein Gemeinschaftsunternehmen der Aloys-Wobben-Stiftung, welche Alleingesellschafterin des Windenergieanlagenherstellers Enercon ist, und des nordwestdeutschen Energieversorgers und -dienstleisters EWE AG.

Der bestehende Windpark Waltersberg gehört zum Portfolio des Investitionsfonds „Enercon Wind Onshore Deutschland I“. Die sieben Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 21,35 Megawatt waren vom Regierungspräsidium Kassel im Dezember 2016 genehmigt worden.

Im Winter 2018/2019 begannen die Rodungsarbeiten, an die sich der Bau der Fundamente anschloss. Nach knapp eineinhalb Jahren Pause wegen Lieferverzögerungen wurden im vergangenen Jahr schließlich die Türme, Maschinenhäuser und Flügel der Enercon-E-101-Anlagen mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einer Gesamthöhe von knapp 200 Metern montiert.

Beantragt hatte Enercon als Projektierer seinerzeit zehn Exemplare dieses Typs, wovon das Regierungspräsidium Kassel aus naturschutzrechtlichen Gründen jedoch nur sieben genehmigte. „Die damals abgelehnten Windenergieanlangen sind nachträglich nicht mehr genehmigungsfähig und werden beim Anlagenhersteller Enercon auch nicht mehr produziert. Eine Erweiterungsplanung des Windparks setzt ein komplett neues Genehmigungsverfahren mit aktueller Anlagentechnik und neuen Gutachten voraus.

Die Erkenntnisse aus den bereits durchlaufenden Genehmigungsverfahren würden in ein Folgeverfahren einfließen und berücksichtigt werden“, so Sebastian Küstermeyer. Derzeit werde die Genehmigungsfähigkeit durch entsprechende Fachgutachter geprüft, erklärt der Pressesprecher zum aktuellen Sachstand.

Zu Anzahl, Typ und Hersteller der zusätzlich geplanten Windräder will sich der Firmenvertreter auf Nachfrage nicht näher äußern und teilt lediglich ausweichend mit, Alterric setze bei der Planung und Entwicklung von Onshore-Windparks „auf individuelle und herstellerunabhängige Konzepte, die zu den jeweiligen Standorten passen.“ Das Ergebnis der aktuellen Prüfung der Genehmigungsfähigkeit durch Fachgutachter sei „wesentlicher Bestandteil für eine detailliertere Erweiterungsplanung“.

Nach Informationen unserer Zeitung strebt das Unternehmen aus Aurich drei zusätzliche Rotoren auf dem Waltersberg an, was auf Nachfrage auch Katrin Walmanns, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Kassel, bestätigt: „Uns ist bekannt, dass drei weitere Windkraftanlagen im bestehenden Windpark Waltersberg geplant sind“, teilt die Behörden-Vertreterin mit. Ein Antrag liege dem RP dazu zwar noch nicht vor, befinde sich aber wohl in Vorbereitung.

„Die genauen Standorte kennen wir noch nicht. Nach Aussage der Antragstellerin sind diese jedoch nicht identisch mit den Standorten der damals abgelehnten Windkraftanlagen“, so die Behördensprecherin.

(Jan-Christoph Eisenberg)

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