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Windpark Gaishecke verkauft: Britischer Investor übernimmt Projekt

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Der Windpark Gaishecke zwischen Heringen, Friedewald und Wildeck ist an das britische Erneuerbare-Energien-Unternehmen Octopus Energy Generation verkauft worden.

Windkraft Windpark Gaishecke Fotomontage der Projektentwickler Stand 12/2014
Windpark Gaishecke © Privat

Heringen/Friedewald/Wildeck - Das gibt der bisherige Projektierer GBS GmbH & Co. KG in einer Pressemitteilung bekannt. Zum Verkaufspreis machen die Beteiligten keine Angaben. Die Firma GBS ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Oldenburger Linden Projekt GmbH, der FH Beteiligungs GmbH, einem ehemaligen Tochterunternehmen des hessischen Bauernverbandes aus dem fränkischen Hösbach, und des Bad Hersfelder Projektentwicklers ISB GmbH.

Der Windpark Gaishecke ist laut Pressemitteilung die erste Investition von Octopus in Deutschland. Europaweit sei das Unternehmen jedoch einer der größten Betreiber regenerativer Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von derzeit drei Gigawatt. Bis 2027 plane Octopus, den eigenen Kraftwerkspark auf insgesamt 18 Gigawatt auszubauen.

Die zehn im Wald von Hessen Forst zwischen Wildeck, Heringen und Friedewald geplanten Windräder vom Typ Vestas V 126 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern haben eine Gesamtleistung von 34,5 Megawatt und sollen laut Mitteilung der Projektierer jährlich fast 100 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Der Park zähle damit zu den großen Windkraft-Projekten in Deutschland und könne rechnerisch mehr als 40 000 kleinere Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.

Wie GBS-Geschäftsführer Peter Forch auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, laufen aktuell die Vorarbeiten für den Bau der Anlagen wie der Ausbau der Wege. Die Inbetriebnahme der Windräder sei für das vierte Quartal 2023 vorgesehen.

Die Genehmigung für die zehn Anlagen hatte das Regierungspräsidium Kassel vor rund einem Jahr im zweiten Anlauf erteilt. Ursprünglich waren die zunächst 14 von der Firma Bürgerwind Gaishecke beantragten Rotoren im Jahr 2016 wegen negativer Effekte auf den Vogelzug und das benachbarte Naturschutzgebiet Rhäden abgelehnt worden.

Das Verwaltungsgericht Kassel kippte diese Entscheidung allerdings im Frühjahr 2019 für zehn der 14 Anlagenstandorte mit der Maßgabe, diese unter anderem hinsichtlich der bewohnten Rotmilan-Horste sowie der Flughöhe der Zugvögel neu zu bewerten.

Nach dieser Neubewertung nach Maßgabe des Gerichts kam die Behörde dann schließlich zu dem Ergebnis, dass die zehn Anlagen genehmigungsfähig sind. Mit den Rodungsarbeiten war im vergangenen November begonnen worden. Laut Projektierer GBS stecken insgesamt acht Jahre Entwicklungszeit in dem Projekt. „Acht Jahre Zeit für einen Windpark sind nicht hinnehmbar bei den großen Anstrengungen, den Klimawandel aufzuhalten. Leider ist das aber zur Realität geworden in Deutschland“, betont Peter Forch, der in der Pressemitteilung die im Osterpaket der Bundesregierung angekündigte Beschleunigung der Energiewende ausdrücklich begrüßt. Bei den Änderungen sei jetzt höchste Geschwindigkeit vonnöten. Um die gesteckten Klimaziele noch zu erreichen, dürfe es nicht bei den angekündigten Schritten bleiben, fordert der Geschäftsführer.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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