Quote sinkt auf 3,3 Prozent

Wieder weniger Arbeitslose im Kreis Hersfeld-Rotenburg – es gibt aber Risiken

Ein Mann läuft vor der Agentur für Arbeit lang.
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Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind weniger Menschen ohne Arbeit.

„Schritt für Schritt kehren wir auf dem Arbeitsmarkt zur Vor-Corona-Situation zurück.“

Hersfeld-Rotenburg – Das sagt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen. Die Arbeitslosenquote im Kreis Hersfeld-Rotenburg sinkt erneut: von 3,4 Prozent im Vormonat auf nun 3,3 Prozent. Vor einem Jahr – also noch bevor es in den zweiten Lockdown ging – hatte der Wert bei 3,9 Prozent gelegen.

„Unterbeschäftigungsquote“ beträgt 4,1 Prozent

Die Arbeitslosenquoten, die von den Agenturen für Arbeit in Deutschland ausgewiesen werden, berücksichtigen nicht alle Menschen, die arbeitslos sind. Die sogenannte Unterbeschäftigungsquote, die auch die Menschen erfasst, die in einer „arbeitsmarktpolitischen Maßnahme“, vorübergehend krank oder älter als 58 Jahre sind und Hartz-IV beziehen, liegt bei 4,1 Prozent (Vormonat: 4,2, Vorjahr: 4,9). Zu den 2106 Arbeitslosen kommen noch 552 „Unterbeschäftigte“ hinzu.

2106 Personen sind in Waldhessen derzeit arbeitslos gemeldet. Das sind 59 weniger als im September und 423 weniger als vor einem Jahr. Profitiert haben laut Dombrowski nahezu alle Personengruppen, am stärksten jedoch junge Menschen. Die Arbeitslosenquote von Männern und Frauen unter 25 Jahren sank im Oktober von 3,0 auf 2,6 Prozent. In absoluten Zahlen: von 199 auf 171 Arbeitslose.

Im Landkreis werden derzeit 1371 freie Stellen verzeichnet. Das sind 261 mehr als vor einem Jahr. Bedarf besteht in nahezu allen Bereichen. „Das betrifft zum Beispiel die Pflege, das Baugewerbe, Berufskraftfahrer und Bereiche wie Sanitär und Elektroinstallation. Aber auch Personaldienstleister sind gerade im Helferbereich auf der Suche“, so Dombrowski. Ebenso gibt es im Einzelhandel im Bereich Lebensmittel viele freie Stellen und bekanntlich im Gastgewerbe, wo viele Gastronomen händeringend suchen, weil sich ihr Personal während der Pandemie umorientiert hat.

Die vielen unbesetzten Stellen seien auch ein Zeichen dafür, dass sich die Wirtschaftslage im Landkreis „weitgehend stabilisiert hat“, sagt der Arbeitsagentur-Chef. Er warnt aber auch vor Risiken. Wie sich die Situation im Herbst und Winter entwickeln werde, hänge nicht nur vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie ab. „Beeinträchtigungen dürften immer mehr Betriebe und Branchen vor allem durch Lieferengpässe bei bestimmten Materialien und Produkten erfahren. Zum Beispiel bei Halbleitern für Mikrochips, bei Stahl und bei Holz.“ (Christopher Ziermann)

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