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Dauerärgernis: Mann fährt immer wieder mit Quad über Friedhof - Keine Rücksicht auf Gräber

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Von: Carolin Eberth

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Rosen und ein Grablicht an einem Grab an Allerheiligen (Symbolbild)
Auf dem Friedhof im Cornberger Ortsteil Königswald sind sämtliche Fahrzeuge verboten. Ein 66-Jähriger stört sich nicht daran und fährt mit dem Quad bis zu den Gräbern. (Symbolbild) © Symboldbild: Sven Hoppe / dpa

Ein Mann fährt mit einem Quad über den Friedhof. Und das seit Jahren. Nun wurde er identifiziert.

Königswald – Seit über zwei Jahren wird in Königswald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) immer wieder beobachtet, wie ein Quad über den Friedhof bis zu den Grabstätten fährt. Laut Ortsvorsteher Alexander Wetzel nimmt der Fahrer dabei keine Rücksicht auf Gräber, fährt über sie hinweg und hinterlässt durch seine Fahrweise sogar Spuren auf den Ruhestätten – ganz zum Leid der Angehörigen der Verstorbenen. Nun konnte der Mann anhand eines Bildes identifiziert werden.

Die Aufregung um seine Fahrten versteht er nicht: „Ich bin nur langsam und vorsichtig auf dem Friedhof gefahren. Ich kann nicht verstehen, warum wegen einer solchen Kleinigkeit so ein Aufstand gemacht wird“, sagt der 66-jährige Quadfahrer aus Königswald im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ortsvorsteher Alexander Wetzel sieht das anders: Als immer mehr Dorfbewohner das Gespräch mit ihm suchten, habe er sich schließlich an die Gemeinde gewandt, die als Durchfahrtssperre vor einem Jahr zwei Poller am Friedhofseingang aufstellen ließ. „Doch leider stoppten auch die Poller den Fahrer nicht, weil man noch knapp mit dem Quad an ihnen vorbeifahren kann. Er wurde also weiterhin gesichtet.“

Ärger in Königswald (Hersfeld-Rotenburg): Es gibt ein Beweisbild, „wie er über den Friedhof düst“

Den Dorfbewohnern aus Königswald sei schon lange bekannt gewesen, um welchen Quadfahrer aus dem Ort es sich handelt. Nur Beweise haben bislang gefehlt. „Doch Ende Juni habe ich endlich ein Beweisbild schießen können, wie er über den Friedhof düst“, sagt der Ortsvorsteher.

Daraufhin habe er den 66-jährigen Königswalder zum zweiten Mal zur Rede gestellt. „Das hat jedoch nur dazu geführt, dass er mich angebrüllt hat und meinte, dass ich mich nicht so aufführen sollte und sowieso nichts zu melden hätte. Nach diesem gescheiterten Gespräch war dann das Maß voll für mich“, sagt Alexander Wetzel. Er habe die Beweisbilder an die Gemeinde und in die Königswalder WhatsApp-Gruppe gesendet, um den störenden Fahrten auf dem Friedhof endlich ein Ende zu setzen.

„Wir haben den Quadfahrer schon vor einem Jahr das erste Mal schriftlich verwarnt, bevor wir die Poller aufgestellt haben. Den Dorfbewohnern war ja schon lange klar, um welchen Fahrer es sich handelt. Reagiert hat er aber nicht auf unser Schreiben“, sagt Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras.

Den Verstoß nachgestellt: Ortsvorsteher Alexander Wetzel demonstriert auf unserem Foto mit seinem eigenen Quad, dass neben den Pollern noch Platz zum Vorbeifahren ist. Ein 66-Jähriger aus Königswald nutzt die Lücke aus – sehr zum Unmut seiner Mitbürger.
Den Verstoß nachgestellt: Ortsvorsteher Alexander Wetzel demonstriert auf unserem Foto mit seinem eigenen Quad, dass neben den Pollern noch Platz zum Vorbeifahren ist. Ein 66-Jähriger aus Königswald nutzt die Lücke aus – sehr zum Unmut seiner Mitbürger. © Carolin Eberth

Nachdem nun die Beweisbilder die Gemeinde erreichten, habe es vor knapp zwei Wochen eine zweite schriftliche Verwarnung gegeben, auf die es auch noch keine Antwort gab, sagt die Bürgermeisterin. „Als nächster Schritt würde dann die Anzeige folgen. Der Quadfahrer verstößt mit seinen unerlaubten Fahrten auf dem Friedhof gegen die Friedhofssatzung. In der steht, dass das Befahren mit allen Fahrzeugen innerhalb des Friedhofs nicht zulässig ist“, erklärt Gonzalez Contreras. Nur der Bauhof und Bestattungsinstitute mit Sondergenehmigungen dürften auf dem Friedhof fahren. Auch Fahrräder seien dort verboten: „Erlaubt sind nur Kinderwagen und Rollstühle“, sagt die Rathauschefin.

Laut Gonzalez Contreras ist der Quadfahrer nicht das einzige Problem auf den Friedhöfen der Gemeinde. „In Cornberg werden leider des Öfteren Hunde mit auf den Friedhof genommen. Was natürlich auch an den Hinterlassenschaften der Vierbeiner zu erkennen ist“, sagt die Bürgermeister-in. Um dem entgegenzuwirken, sollen bald Hinweisschilder zum Unterlassen von der Gemeinde aufgestellt werden. (Carolin Eberth)

Derweil hat die Polizei im Kreis Hersfeld-Rotenburg auch mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen.

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