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Firmen ab 2023 bei elektronischer Krankschreibung in der Pflicht

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Von: Thomas Klemm

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Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Der Gelbe Schein als Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist bald Geschichte. (Symbolbild) © imago

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat so manche Firma offenbar die Testphase für den elektronischen Krankenschein nicht ausreichend genutzt.

Hersfeld-Rotenburg – Das definitive Ende des gelben Krankenscheins kommt. Ab 1. Januar 2023 wird sich die Prozedur nach der Krankschreibung eines gesetzlich Versicherten grundlegend ändern. Das Zauberwort heißt digitale Krankmeldung (eAU). Nicht alle Firmenchefs scheinen darauf schon gründlich vorbereitet zu sein.

Nur wenige Rückfragen

„Wir haben bisher wenig unmittelbare Rückfragen zu diesem Thema“, sagt der Bereichsleiter Kommunikation der IHK Kassel-Marburg, Thomas Rudolff. „In der Region Bad Hersfeld wurden bislang keine Nachfragen von Unternehmen an unser DAK-Servicezentrum herangetragen“, erklärt Sandra Scheuring, Pressesprecherin Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Allerdings könne man sich umfassend im Internet mit diesem Thema beschäftigen. „Unser Arbeitgebermagazin erreicht 550 000 Betriebe und hält Unternehmen und Selbstständige auf dem neuesten Stand“, so Scheuring. „Online kann man sich auch auf der Seite dak.de informieren, wie die elektronische Krankmeldung eingesetzt werden wird und worauf Arbeitgebende achten sollten.“

Die neue Prozedur

Schrieb bisher ein Arzt einen gesetzlich Versicherten krank, drückte er ihm den schriftlichen Nachweis über Beginn und Ende der Krankschreibung in dreifacher Ausführung in die Hand, damit dieser die Scheine an seine Krankenkasse und seinen Arbeitgeber weiterleite. Diese Zeiten sind schon seit Mitte dieses Jahres teils vorbei. Seit Juli bekommen die Versicherten in der Regel keinen Durchschlag für die Krankenkasse mehr, weil der Arzt die Krankmeldung stattdessen digital an die Kasse weiterleitet. In der nächsten Stufe, ab 1. Januar 2023, entfällt auch die Information in Papierform für den Arbeitgeber. Stattdessen muss die Krankenkasse auf Anfrage des Arbeitgebers die Daten über den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers übermitteln.

An der Pflicht des Arbeitnehmers, seine Firma oder seinen Vorgesetzten über den Beginn und das voraussichtliche Ende der Krankschreibung zu informieren, ändert sich nichts. Nachdem der Arbeitgeber darüber informiert worden ist, dass der betreffende Mitarbeiter krankgeschrieben ist, muss die Firma die Arbeitsunfähigkeit in das betriebseigene Abrechnungssystem eintragen und sich mit der jeweiligen Krankenkasse in Verbindung setzen. Die seit Jahresbeginn 2022 laufende Testphase sei von vielen Unternehmen „leider nicht ausreichend genutzt worden“, so eine AOK-Sprecherin. (Thomas Klemm)

Die elektronische AU-Bescheinigung

Die elektronische Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU) ist eine Bescheinigung, die per Datensatz an die Krankenkasse übermittelt wird. Dieses Verfahren ist seit dem 1. Januar 2022 von allen Vertragsärzten, -zahnärzten und Vertragskrankenhäusern anzuwenden. Ab 1. Januar 2023 erhält auch der Arbeitgeber die AU-Daten von der Krankenkasse elektronisch. Bis dahin müssen die Patienten die Krankmeldung für den Arbeitgeber noch selbst auf den Weg bringen. (tek)

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