Neuorganisation des Pilotprojekts

Hausarztpraxis wird Medibus mit erweitertem Angebot betreiben

In Nentershausen macht der Medibus vor der Tannenberghalle Station: Das soll auch in Zukunft so bleiben. Der Betreiber allerdings wird ein Anderer.
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In Nentershausen macht der Medibus vor der Tannenberghalle Station: Das soll auch in Zukunft so bleiben. Der Betreiber allerdings wird ein Anderer.

Die rollende Hausarztpraxis Medibus wird auch in Zukunft unter anderem Nentershausen, Cornberg und Sontra anfahren. Der Betreiber allerdings wird ein anderer sein.

Nentershausen/Cornberg/Sontra – Das deutschlandweite Pilotprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV) – der Medibus – wird grundlegend neu organisiert. Die rollende Hausarztpraxis wird in Zukunft nicht mehr von der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben, sondern von einer Hausarztpraxis in der Gemeinde Ringgau (Werra-Meißner-Kreis).

Seit Juli 2018 steuert die rollende Hausarztpraxis von montags bis donnerstags im Halbtageswechsel mehrere Orte in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner an: Cornberg, Nentershausen, Herleshausen, Sontra und Weißenborn an. Der Medibus soll die medizinische Versorgung in diesen Kommunen aufrechterhalten in der mit Hausärzten stark unterversorgten Region.

Projekt stand auf der Kippe

Zum Jahreswechsel stand das Projekt auf der Kippe, weil die weitere Finanzierung ungeklärt war. Nach zähen Verhandlungen teilte die KV dann Anfang Februar mit, dass das Projekt für weitere drei Jahre gesichert sei.

„Auch Chance für Nachwuchsgewinnung“

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte die Kassenärztliche Vereinigung jetzt mit, dass das Projekt Medibus grundlegend neu organisiert wird, „Nach konstruktiven Gesprächen zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung, den beiden betroffenen Landkreisen und den Vertretern des Interkommunalen Zweckverbands Sontra-Herleshausen-Nentershausen hat man sich auf eine Fortführung des Medibus-Projekts verständigt“, berichtet KV-Pressesprecher Alexander Kowalski. Dabei sei es vorteilhaft, wenn der Medibus von einer bestehenden, regional etablierten Hausarztpraxis geführt werde. „So kann auch eine langfristige Lösung zum Praxisaufbau und zur Nachwuchsgewinnung gefunden werden“, betont Kowalski.

Ärzte aus der Praxis im Bus

Ab Mitte des Jahres 2021 soll der Medibus „als innovative Neubegründung eines nunmehr sektorenübergreifenden Projektes Medibus 2.0“ an eine Hausarztpraxis im Ringgau angegliedert werden. Die Hausarztpraxis übernimmt den Bus in eigener Trägerschaft und integriert ihn in ihre eigene Praxisstruktur. Der Medibus wird von angestellten Ärzten und medizinischem Personal der Hausarztpraxis besetzt. Um welche Praxis es sich handelt, die den Medibus übernimmt, wollte die KV noch nicht in der Öffentlichkeit bekannt geben, da die Verträge noch nicht unterzeichnet seien. Auch die Praxis selbst wollte auf Anfrage unserer Zeitung zurzeit noch keine weiteren Details bekannt geben.

Pflegerische und soziale Beratung

Ein wesentlicher Vorteil der Neuorganisation sei, dass das Angebot um pflegerische und soziale Beratung erweitert werden könne, berichtete Kowalski. Dabei könnte nichtärztliches Personal einbezogen werden. Angedacht sind Sprechstunden, die von Medizinischen Fachangestellten angeboten werden, zum Beispiel zum Wund- und Impfmanagement oder zur Diabetesberatung. Möglich ist auch der Einsatz von nichtärztlichen Praxisassistenten (NäPa). Durch den Einsatz eines zusätzlichen Autos könnten zum Beispiel Hausbesuche ermöglicht werden. (René Dupont)

Zusammenarbeit mit Diakonie möglich

Angedacht ist auch eine Kooperation mit der Diakonie. „Das Beratungsangebot der Diakonie ist auf ältere Patienten abgestimmt und leistet damit einen wertvollen Beitrag, um den Herausforderungen in der Region gerecht zu werden“, teilt die Kassenärztliche Vereinigung mit. Das Projekt Medibus 2.0 ist zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und wird zu 80 Prozent vom Land Hessen finanziell gefördert. (dup)

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