„Exorbitant angestiegen“

Hersfeld-Rotenburg: Hohe Nachfrage nach Corona-Tests, Zentren erwarten Andrang zu Weihnachten

Corona-Schnelltest
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Die Zahl der Corona-Tests steigt deutschlandweit (Symbolbild).

Nachdem viele Zentren im Landkreis das Corona-Testen heruntergefahren oder ganz eingestellt hatten, wird das Angebot nun wieder ausgebaut.

Hersfeld-Rotenburg – Die Nachfrage ist groß, wie eine Umfrage unserer Zeitung bei Betreibern in Hersfeld-Rotenburg ergeben hat. Größere Anbieter testen rund 300 Menschen täglich – Tendenz steigend. Die Zahlen seien nach Einbrüchen – spätestens im Oktober, als Schnelltests vorübergehend kostenpflichtig wurden – wieder „exorbitant angestiegen“, sagt Falk Stolle, Geschäftsführer der Weißen Elfen. Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft testet in Bad Hersfeld, Bebra und Haunetal. Im Vergleich zur ersten Testwelle im Frühjahr sei der Andrang derzeit noch einmal um 50 Prozent höher.

Als Gründe nennen die Betreiber die verschärfte Nachweispflicht, etwa durch 3G in öffentlichen Gebäuden und dem Nahverkehr, aber auch durch 2G-Plus-Veranstaltungen, bei denen Genesene und Geimpfte – sofern sie noch nicht geboostert sind – zusätzlich einen aktuellen Negativtest vorweisen müssen. Mit einem Ansturm wird auch vor Weihnachten gerechnet, wenn der Test vor Familienfeiern für etwas Sicherheit sorgen soll.

PCR-Tests sind weniger nachgefragt

PCR-Tests werden nicht in allen Zentren angeboten und sind kostenpflichtig (rund 90 Euro). Bei den Weißen Elfen ist die tägliche Zahl der aufwendigeren und genaueren Tests einstellig. Anfang November galt der PCR-Test als Standardnachweis: Die Vorgabe kippte mit der Rückkehr kostenloser Bürgertests. PCR-Tests gelten beim Nachweis für die 3G-Regel länger (48 Stunden). Bei einem positiven Schnelltest oder auf Anordnung des Gesundheitsamtes sind sie kostenlos. 

Für den Andrang sorgt aber vor allem die seit 24. November geltende 3G-Regel am Arbeitsplatz. Falk Stolle vermutet: „Einige Arbeitgeber wälzen ihre Verpflichtung teilweise auf die Testzentren ab.“ Betriebe sind verpflichtet, zwei Tests pro Woche zu ermöglichen. Darüber hinaus müssen Ungeimpfte im Zweifel selbst tätig werden. In Heringen wird bereits mit bis zu vier Teststraßen und 500 täglichen Tests geplant, weil etwa K+S (bis zu 250 interne Tests am Tag) ab Januar nur noch zweimal pro Woche kostenlos Testen lassen will. Derzeit arbeiten die Glückauf- und die Brückenapotheke im Bürgerhaus laut Standortleiter Martin Schlanz mit zwei Teststraßen und etwa 1000 Tests pro Woche.

Weil die Betriebe ebenfalls Tests anbieten müssen, seien die Preise beim Einkauf deutlich gestiegen, sagt Klinikum-Sprecher Werner Hampe. Auch die Weißen Elfen bestätigen: „Es herrscht ein absoluter Preiskampf.“ Nach dem Einbruch der Nachfrage müsse die Lieferung erst wieder hochgefahren werden.

Gemeinsam mit dem DRK hat das Klinikum vergangene Woche ein Drive-In-Testzentrum in Bad Hersfelder reaktiviert – auch auf wiederholte Bitten aus der Bevölkerung. Es gebe Stammkunden, die täglich zum Testen kommen, sagt Hampe. (Clemens Herwig)

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