Grenze überschritten

Kreis Hersfeld-Rotenburg ist jetzt Corona-Risikogebiet 

Auf dieser vom US-Forschungszentrum "National Institute of Allergy and Infectious Diseases" (NIAID) zur Verfügung gestellten Aufnahme vom 13.02.2020 ist eine Zelle (blau) mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, rot) infiziert. Die Probe wurde von einem Patienten in den USA isoliert. Foto: Niaid/Europa Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Eine Zelle (blau), die mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2, rot) infiziert ist.

Jetzt hat es auch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg erwischt: Die Sieben-Tage-Inzidenz hat am Montag die kritische 50er-Marke überschritten.

Hersfeld-Rotenburg – Auf der Übersicht „Risikogebiete in Hessen“ der hessischen Landesregierung ist der Landkreis rot eingefärbt – gilt also nun als Risikogebiet. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind in den vergangenen sieben Tagen 62 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl des Kreises (120 464) ergibt sich daraus eine Inzidenz von 51,5. Ab einem Wert von 50 springt die virtuelle Corona-Ampel auf Rot.

Allein am Montag meldete die Behörde 14 neue Fälle, darunter einen Reiserückkehrer aus Polen sowie Kontaktpersonen von bereits zuvor Infizierten. „Die Kontaktnachverfolgung läuft auf Hochtouren“, sagte Kreis-Sprecher Pelle Faust.

Nachdem das Gesundheitsamt am Wochenende bereits die Klassen 3a und 4a sowie einen Teil der Hausaufgabenbetreuung der Asbacher Kolibri-Grundschule unter Quarantäne gestellt hatte, müssen sich nun auch Kinder der Brüder-Grimm-Schule Bebra in häusliche Isolation begeben. Laut dem Sprecher sind die Klassen 2c, 3b und 3c betroffen. Die Isolation gilt bis Anfang November. „Der Schulbetrieb läuft weiter“, sagte Faust.

Insgesamt hat das Gesundheitsamt derzeit für 640 Menschen Quarantäne angeordnet. Die Zahl der aktuell Corona-Positiven ist auf 88 gestiegen.

Am Montag, 0 Uhr, war –wie berichtet – eine Allgemeinverfügung des Landkreises in Kraft getreten, die im Wesentlichen die erlaubte Anzahl von Personen bei Zusammenkünften und Veranstaltungen weiter einschränkt und die Maskenpflicht erweitert. „Diese Verfügung gilt weiterhin“, betont Kreis-Sprecher Faust.

Das hessische Sozialministerium bestätigt das auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die Allgemeinverfügung setzt die im Eskalationskonzept geregelten Maßnahmen um und geht sogar darüber hinaus“, sagt Ministeriumssprecherin Alice Engel mit Blick auf das Corona-Eskalationskonzept des Landes. Darin ist für Regionen mit einer Inzidenz über 50 unter anderem zwar grundsätzlich auch eine Sperrstunde für die Gastronomie sowie ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum von 23 bis 6 Uhr vorgesehen. Diese Vorgabe ist in den vergangenen Tagen jedoch von mehreren Gerichten gekippt worden. Sie dürfte daher auch für den Landkreis nicht verpflichtend sein – und ist auch nicht Teil der Allgemeinverfügung.

Die Verfügung im Wortlaut finden Sie unter: hef-rof.de

Sieben Covid-Patienten im Krankenhaus 

Die steigenden Corona-Fallzahlen im Kreisgebiet machen sich allmählich auch in den Kliniken bemerkbar. Laut Jasmin Krenz, Sprecherin im Landratsamt, werden derzeit insgesamt sieben Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern im Landkreis stationär behandelt, ein Patient liegt auf der Intensivstation und wird beatmet. 

Von Sebastian Schaffner

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