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Hersfeld-Rotenburg: Milchpreis auf Rekordhoch, Landwirte profitieren kaum

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Von: Carolin Eberth

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Symbolbild Kuh Milch Milchpreise. Das Bild zeigt einen Melkroboter des Königswälder Landwirts Alexander Wetzel.
Der Preis-Abstand von der Bio-Milch zur konventionellen Milch beträgt nur noch wenige Cents. Das Bild zeigt einen Melkroboter des Königswälder Landwirts Alexander Wetzel. © Eberth, Carolin

Der Milchpreis ist in den vergangenen Wochen auf ein Rekordniveau gestiegen. Für einen Liter H-Milch bekommen Landwirte Spitzenwerte von circa 60 Cent.

Hersfeld-Rotenburg – Im Frühjahr 2022 gab es für die gleiche Milch noch rund 40 Cent.

„Seit ich Landwirtschaft betreibe, wurde noch nie so viel Geld für einen Liter Milch gezahlt“, sagt Jörg Schäfer, Landwirt aus Niedergude und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Er bekommt aktuell 59 Cent für einen Liter Milch, geht jedoch davon aus, dass die Kurve nun wieder nach unten gehen wird. „2016 gab es einen Tiefpunkt, da haben wir Landwirte nur 22 Cent erhalten“, erinnert sich Schäfer. Dass es 2023 noch mal so wenig werden könnte, davon geht Schäfer jedoch nicht aus.

Die insgesamt höheren Preise erfreuen die Landwirte im Landkreis jedoch nur teilweise. „Für Dünger, Treibstoff, Pflanzenschutz, Energie und Landmaschinen werden seit Monaten Rekordpreise verlangt. Durch die gestiegenen Kosten haben die Bauern natürlich auch nur wenig von den höheren Milcherlösen“, sagt Anke Roß, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. „Der Mehrerlös hat gerade so gereicht, um die hohen Kosten zu stemmen. Wäre der Milchpreis nicht gestiegen, hätten sicherlich einige Betriebe schließen müssen“, so Jörg Schäfer.

Der Grund für die hohen Milchpreise in den vergangenen Monaten: Während es bis vor wenigen Jahren zu viel Milch am Markt gab, nahm die Menge danach kontinuierlich ab, weil viele Betriebe aufgaben wegen der niedrigen Erlöse. „Und plötzlich war zu wenig Milch auf dem Markt und die Preise sind gestiegen. Das hatte zur Folge, dass die Landwirte dann natürlich so viel Milch wie möglich verkaufen wollten. Tiere, die sonst geschlachtet worden wären, wurden in den Ställen länger gehalten, um Milch zu produzieren“, erklärt Klaus Vetter, Bio-Milchbauer aus Breitenbach/H. und Mitglied im Landesvorstand des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM). „Nun gibt es genug Milch und deshalb werden die Preise wieder kontinuierlich sinken.“ (Carolin Eberth)

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