Geld für Trott, Theater und Bodesruh

Hersfeld-Rotenburg: Über 6,14 Millionen Euro vom Bund für Stiftung, Festspiele und Mahnmal

Trott-Stiftung Herrenhaus Imshausen
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5,19 Millionen Euro erhält die Trott-Stiftung: Das Fördergeld ist für die Sanierung des historischen Herrenhauses der Stiftung in Imshausen bestimmt.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag Geld für wichtige Projekte und Kulturinstitutionen im Landkreis bereitgestellt.

Hersfeld-Rotenburg – Einen Zuschuss erhalten die Stiftung Adam von Trott für die Sanierung des Herrenhauses in Imshausen in Höhe von 5,19 Millionen Euro, die Bad Hersfelder Festspiele in Höhe von 770 000 Euro sowie die Sanierung des Mahnmals Bodesruh in Heringen mit 182 500 Euro.

Trott-Stiftung

Wie Bundestagsabgeordneter Michael Roth (SPD) mitteilt, wird die Bundesförderung für das Herrenhaus der Trott-Stiftung über drei Jahre verteilt ausgezahlt: Bereits 2021 werden 790 000 Euro für erste Voruntersuchungen und bauvorbereitende Arbeiten bereitgestellt, der Großteil des Fördergeldes fließe dann in den Folgejahren 2022 (zwei Millionen Euro) und 2023 (2,4 Millionen Euro).

Roth erklärt, er habe sich in den vergangenen Wochen persönlich beim Chef-Haushälter der SPD-Bundestagsfraktion Dennis Rohde für das Bauprojekt stark gemacht. „Besonders froh und stolz bin ich, dass die Sanierungskosten abermals vollständig vom Bund übernommen werden. Üblicherweise liegt der Bundeszuschuss bei solchen Projekten bei maximal 50 Prozent der Gesamtkosten, eine finanzielle Beteiligung des Landes wird erwartet.“

In diesen Zeiten, in denen Nationalismus, Populismus und Demokratieverachtung überall in Europa um sich griffen, setze der Bund mit seiner Finanzierungszusage somit ein starkes Signal. „Mithilfe der erneuten Bundesförderung kann die Stiftung ihre großartige Arbeit als Ort für Dialog, Demokratiebildung, politisches Engagement und die lebendige Erinnerung an Adam von Trott und den Widerstand gegen das Nazi-Regime fortführen“, sagt Roth.

Auch der erste Bauabschnitt wurde gefördert

Bereits den ersten Bauabschnitt hatte der Bund mit rund 3,2 Millionen Euro gefördert. Nach der umfassenden Sanierung von zwei Gebäuden entstanden in Imshausen 19 moderne Gästezimmer, vier Tagungsräume, ein Speisesaal und der Anbau eines Veranstaltungssaales. Nun können die Sanierungsarbeiten ab 2021 in einem zweiten Bauabschnitt fortgeführt werden.

Groß war daher die Freude bei der Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Adam von Trott, Dorothee Engelhard: „Wir sind wirklich überwältigt von dieser Nachricht und sehr dankbar für das große Engagement von Michael Roth“, teilte sie auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das Herrenhaus in Imshausen, Elternhaus des Widerstandskämpfers Adam von Trott, sei das Herzstück des historischen Gebäudeensembles und dringend sanierungsbedürftig. „An solch einem Tag denken wir in tiefer Verbundenheit auch an Thomas Oppermann, der sich vor Jahren dafür stark gemacht hat, dass der erste Bauabschnitt vom Bund finanziert werden konnte – wir freuen uns über diese einmalige Chance, auch das Herrenhaus in Imshausen sanieren zu können“, erklärt Engelhard.

Hersfelder Festspiele

Hersfelder Festspiele - Das Bild entstand bei der Abschlussveranstaltung der diesjährigen coronabedingten Ersatz-Festspiele in der Bad Hersfelder Stiftsruine

Auch Joern Hinkel, Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, ist hocherfreut über die Förderzusage aus Berlin: „Ich bin unglaublich glücklich und dankbar, dass die Bad Hersfelder Festspiele auch im nächsten Jahr wieder einen Bundeszuschuss von insgesamt 770 000 Euro erwarten dürfen“, sagt Hinkel. Theater sei ein Ort für Visionen und biete geistige und emotionale Nahrung – das gemeinsame Erleben sei in dieser Zeit zu einem unschätzbar kostbaren Gut geworden und gerade jetzt zeige sich besonders deutlich, was den Menschen fehle, sagt der Intendant.

Wie im Vorjahr fördert der Bund die Festspiele auch 2021 abermals mit 670 000 Euro – weitere 100 000 Euro erhalten sie, um die in diesem Sommer pandemiebedingt abgesagte Feier zum 70-jährigen Bestehen nachholen zu können. „Mit dieser Entscheidung bekräftigt der Bund nicht nur den herausragenden Stellenwert, den die Festspiele in der deutschen Kulturlandschaft einnehmen, sondern er schafft angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie auch Planungssicherheit für die Festspielleitung“, sagt Michael Roth.

Mahnmal Bodesruh

Im Heringer Rathaus freut sich Daniel Iliev über die Unterstützung: „Für viele Menschen in der Region hat das 1964 eröffnete Mahnmal Bodesruh eine ganz besondere emotionale Bedeutung“, sagt der Bürgermeister. Wenige Wochen nach dem 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung stehe nun fest, dass der Bund die Sanierung und Umgestaltung des Mahnmals in Kleinensee mit 182 500 Euro fördert.

„Die Gesamtkosten liegen bei 365 000 Euro, das Projekt wird mit einem 50-prozentigen Bundeszuschuss aus dem Kulturhaushalt gefördert“, erklärt Michael Roth, der als gebürtiger Heringer selbst auf die schmerzvolle Zeit der deutschen Teilung zurückblickt. „Das Mahnmal Bodesruh erinnert uns daran, dass offene Grenzen, wie wir sie heute kennen, eben keine Selbstverständlichkeit sind“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Deshalb sei es großartig, dass das Mahnmal nun mit finanzieller Unterstützung des Bundes nicht nur fachgerecht saniert, sondern auch zu einem Lern- und Erlebnisort über die Geschichte der deutschen Teilung ausgebaut werden könne. (Peter Gottbehüt)

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