Auftakt der Porträtreihe

Wilhelm Gebhard (CDU): 180 Prozent für den Wahlsieg

Möchte die Belange des ländlichen Raums in Berlin stärker vertreten: CDU-Kandidat Wilhelm Gebhard, hier vor dem historischen Hafen in Wanfried. Das Motto für die Fotos aller Kandidatenporträts „So machen die Kandidaten Mittagspause“ ließ sich mit dem Bürgermeister des Fachwerkstädtchens nur bedingt umsetzen. Er isst mittags nämlich kaum etwas, wie er sagt. Viel lieber holt er sich mal einen Becher Eis, bevorzugt Vanille und Karamell.
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Möchte die Belange des ländlichen Raums in Berlin stärker vertreten: CDU-Kandidat Wilhelm Gebhard, hier vor dem historischen Hafen in Wanfried. Das Motto für die Fotos aller Kandidatenporträts „So machen die Kandidaten Mittagspause“ ließ sich mit dem Bürgermeister des Fachwerkstädtchens nur bedingt umsetzen. Er isst mittags nämlich kaum etwas, wie er sagt. Viel lieber holt er sich mal einen Becher Eis, bevorzugt Vanille und Karamell.

Zehn Frauen und Männer kandidieren im Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg für den Bundestag. Wir stellen heute den CDU-Kandidaten Wilhelm Gebhard vor.

Wanfried – Eines will sich Wilhelm Gebhard nach der Bundestagswahl nicht vorwerfen lassen: Dass er nicht alles versucht hat. Der 45-Jährige geht im Wahlkreis Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg für die CDU ins Rennen und tourt seit Wochen wie kaum ein Zweiter durch die Region – wohlwissend, dass er als Bürgermeister von Wanfried zwar in seinem Heimatkreis vielen Wählern ein Begriff ist, mit seinem Namen in Alheim, Ludwigsau und Philippsthal aber kaum jemand etwas anfangen kann.

Doch seitdem ihn seine Partei nominiert hat, setzt er alles daran, seine Bekanntheit zu erhöhen, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen, sie dazu zu bewegen, ihre Kreuzchen bei der CDU zu machen.

„Zupackend und bodenständig“

„Ich sehe mich als Mensch von der Basis. Ich kenne die Sorgen der Bürger“, sagt Gebhard. Sich selbst beschreibt er als „hemdsärmelig, zupackend, bodenständig“. Sätze wie aus dem Wahlkampf-Lehrbuch. Doch es sind Sätze, die man ihm abnimmt.

Er stellt sich der Ochsentour

Wilhelm Gebhard stellt sich, im Gegensatz zu vielen seiner Mitbewerber, der Ochsentour. Er verschenkt Autowäschen in Bebra, schaut bei einem Kinderfest in Ringgau-Datterode vorbei, zeigt Präsenz bei einer Demo gegen die Arsen-Belastung in Wildeck-Richelsdorf, bringt sich auf dem Wochenmarkt in Hessisch Lichtenau ins Gespräch, besucht Unternehmen in Eschwege und Bad Hersfeld und ist sich auch nicht zu schade, beim Red Castle Run in Rotenburg durch den Schlamm zu robben – wenngleich der Reserveoffizier weiß, wie man mit der Nasenspitze Furchen in den Erdboden pflügt.

Seit 14 Jahren Bürgermeister

Seit 14 Jahren ist Wilhelm Gebhard Bürgermeister der östlichsten Stadt Hessens, die einst in drei Himmelsrichtungen von der DDR umgeben war. Verdient gemacht hat er sich vor allem um den Erhalt und die Vermarktung vieler Fachwerkhäuser, wie er nicht ohne Stolz erzählt. Der Christdemokrat ist verwurzelt in seiner Heimat. Er kickt als Stürmer in der zweiten Mannschaft des VfL Wanfried, hilft auch mal beim Schützenverein aus, wenn einer am Luftgewehr fehlt. Warum will er dann nach Berlin?

„Unsere Themen in Berlin platzieren“

„Ich möchte etwas bewegen, die Themen des ländlichen Raums in Berlin stärker platzieren.“ Und als Rathauschef wisse er aus Erfahrung, dass nicht jeder Beschluss, der in der Hauptstadt gefasst wird, bis zum Ende durchdacht sei, wie der Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr. „Das ist gesellschafts- und familienpolitisch in Ordnung.“ Allerdings seien die Kommunen bei der Umsetzung teils sich selbst überlassen worden. „Ich möchte dabei helfen, dass sich politische Entscheidungen näher an der Lebenswirklichkeit orientieren.“

Auf Rückenwind aus Berlin kann er angesichts historisch schlechter Umfragewerte der Bundes-CDU momentan nicht zählen. Immerhin holte er sich Partei-Promis wie Helge Braun und Ralph Brinkhaus als Unterstützung in die Region. „Am liebsten hätte ich auch Friedrich Merz hier gehabt. Er zieht die Leute an. Er sagt, was viele denken.“

1000 Plakate aufgehängt

Insgesamt 1000 Plakate mit seinem Konterfei hat der 45-Jährige in beiden Kreisen aufgehängt. „Ich habe nicht die Mittel wie Michael Roth“, sagt er fast schon entschuldigend. Sein wohl größter Widersacher, der Sozialdemokrat, gewann seit 1998 alle Direktmandate. Angesprochen auf sein Wahlziel überlegt Gebhard aber nicht lange: „Wenn ich auf dem Platz stehe, will ich gewinnen.“

Wahlkampf im Urlaub

Ist er im Wahlkampf unterwegs, nimmt er Urlaub. Er möchte sich im Amt nicht angreifbar machen. Auf Sommerurlaub hat er ohnehin verzichtet. „Vier Tage war ich mit meinen Söhnen weg. Das war’s.“ Kraft zieht er aus dem Feedback, das er „selbst von Menschen, die der CDU nicht unbedingt nahestehen“ bekommt, wie er sagt.

Deshalb will Wilhelm Gebhard auch auf der Zielgeraden nichts unversucht lassen, um nach Berlin zu kommen. „Ich möchte nach der Wahl in den Spiegel schauen und sagen können, dass ich 180 Prozent gegeben habe.“ (Von Sebastian Schaffner)

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