1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Wirtschaftsexperten erwarten 2023 Probleme auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Erstellt:

Kommentare

Energiekosten
Die hohen Energiekosten sind nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Unternehmen eine enorme Belastung und dämpfen den Optimismus in der Wirtschaft. © Symbolbild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Mit gemischten Gefühlen und eher gedämpftem Optimismus blicken führende Wirtschaftsexperten des Kreises Hersfeld-Rotenburg auf das Jahr 2023.

Hersfeld-Rotenburg – Angesichts des Krieges in der Ukraine, der steigenden Energiekosten und der hohen Inflation sorgen sich die Fachleute im Landkreis Hersfeld Rotenburg um die Konjunktur-Entwicklung im Jahr 2023 - vor allem um die einbrechende Nachfrage, aber auch um den zunehmenden Leerstand in den Innenstädten.

„Das Gift des Krieges, die Angst, wirkt auch in Europa“, sagt deshalb Landrat Torsten Warnecke. Er sieht allerdings im solidarischen Handeln der Staatengemeinschaft zugleich ein Signal der Hoffnung.

„Der heimischen Wirtschaft stehen ein harter Winter und ein schwieriges Jahr 2023 bevor“, meint Julia Kossack von der IHK-Hersfeld-Rotenburg und stützt sich dabei auf konkrete Rückmeldungen der heimischen Betriebe.

Verbraucher vorsichtig

Die stark gestiegenen Energiepreise und die damit verbundene Inflation sorgten für ein vorsichtigeres Vorgehen von Verbrauchern und Unternehmen, erklärt auch Sparkassenchef Reinhard Faulstich. Dies dämpfe derzeit die Nachfrage und auch die Investitionsbereitschaft. Er sei dennoch für 2023 „optimistisch und zuversichtlich“ gestimmt. „Natürlich gibt es derzeit eine Vielzahl an kleinen und großen Herausforderungen, die aber allesamt auch neue Chancen zur Weiterentwicklung beinhalten“, betont Faulstich.

Arbeitsmarkt weiter stabil

Übereinstimmend sehen alle Experten den Arbeitsmarkt in der Region als weiterhin stabil an. „Die Arbeitgeber wissen um die große Bedeutung ihrer Beschäftigten und den wachsenden Fachkräftemangel. Insofern setze ich darauf, dass die meisten Betriebe ihr Personal halten werden“, sagt etwa der Chef der Arbeitsagentur Waldemar Dombrowski. Zudem seien die Auftragsbücher noch gut gefüllt.

Für Bernd Rudolph, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, stellt sich die Lage „je nach Branche sehr unterschiedlich“ dar. Die Fachkräfte- und Lieferkettenproblematik werde Einfluss auf die Auftragslage sowie die Annahme von potenziellen Aufträgen nehmen.

Lage für Handwerk unkalkulierbar

Für das Handwerk sei die Lage bereits „unkalkulierbar“ geworden, sagt Eugen Reinhardt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Gestiegene Rohstoffpreise, steigende Zinsen und die Inflation sorgten schon jetzt für einen Auftragsrückgang. „Die Handwerkskonjunktur kühlt in fast allen Gewerken insgesamt ab“, bedauert Reinhardt.

(Kai A. Struthoff)

Konjunkturumfrage für Hersfeld-Rotenburg

Für die alljährliche Konjunkturumfrage für den Kreis Hersfeld-Rotenburg hat unsere Zeitung führende Wirtschaftsexperten des Kreises um ihre Einschätzung gebeten. Mit dabei waren Julia Kossack von der IHK, Landrat Torsten Warnecke, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg Reinhard Faulstich, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Waldemar Dombrowski, Eugen Reinhardt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, sowie Bernd Rudolph von der Wirtschaftsförderung des Kreises. (kai)

Auch interessant

Kommentare