Meist Auswärtige betroffen

Radarkontrollen auf A 4 und A 7: 30.000 Temposünder im Kreis Hersfeld-Rotenburg geblitzt

Auf dem Bild sieht man einen Kasten am Straßenrand auf dem Boden stehen. Im Hintergrund ist ein Lastwagen zu sehen, der den Kasten gerade passiert.  Der Enforcement Trailer, hier ein Symbolfoto, der im Kreisgebiet auf der A 4 und A 7 zum Einsatz kommt.
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Blitzt im Schnitt dreimal pro Stunde: Der Enforcement Trailer, hier ein Symbolfoto, der im Kreisgebiet auf der A 4 und A 7 zum Einsatz kommt.

Mehr als 30.000 Temposünder hat die mobile Geschwindigkeitsmessanlage auf den Autobahnen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg im vergangenen Jahr geblitzt. Damit löst das Gerät etwa dreimal pro Stunde aus.

Die Gesamtsumme des daraus resultierenden Verwarnungsgeldes sei noch nicht ausgewertet, so eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Kassel, wo die zentrale Bußgeldstelle angesiedelt ist.

Der 150 000 Euro teure Hightech-Blitzer, der wie ein abgestellter Anhänger aussieht, überwacht seit 2017 im Wechsel auf der Autobahn 4 zwischen Friedewald und Wildeck-Hönebach sowie auf der A 7 zwischen Homberg/Efze und Bad Hersfeld-West die Geschwindigkeit. Sein Blitz trifft mehrheitlich auswärtige Fahrer, wie Polizeisprecher Patrick Bug festgestellt hat: „Fahrzeugführern aus der Region sind die hiesigen Messstellen in der Regel bekannt.“

Wo die mobilen Blitzer wann stehen, entscheidet die Polizei, je nach Unfallhäufung oder Bekanntwerden einer Gefahrenstelle.

Vor drei Jahren, als der Blitzer angeschafft wurde, waren die Behörden mit dem Abarbeiten der anfallenden Knöllchen kaum nachgekommen. Da jeder Einspruch im Ordnungswidrigkeitsverfahren beim jeweiligen Amtsgericht landet, war auch das Bad Hersfelder Amtsgericht zwischenzeitlich an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Dieses Problem ist inzwischen nicht mehr so dringlich. „Zum einen kommen bei uns nicht mehr so viele Verfahren an“, sagt Dr. Rolf Schwarz, Sprecher des Amtsgerichts. „Zum anderen wurden wir personell verstärkt. Es wurde eine weitere Richterstelle eingerichtet, sodass der zusätzliche Arbeitsanfall zu bewältigen ist.“

Zu Beginn der Messungen 2017 seien es 5000 Verfahren im Jahr gewesen, 2019 dann nur noch 2100. Für das erste Halbjahr 2020 vermeldet Schwarz 1000 Verfahren.

Die Firma Vetro, die den Enforcement Trailer herstellt, wirbt übrigens damit, dass dieser gegen Vandalismus sicher sei. In der Tat sind Gerichtssprecher Schwarz keine Fälle bekannt, in denen wütende Autofahrer auch nur versucht hätten, das Gerät zu beschädigen oder zu zerstören.

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