Prunksitzung der Kathuser Karnevalisten mit Schürzenjägern und sprechendem Hund

Das Fest der tollen Tänze

So fühlt sich der Sitzungspräsident wohl: Thomas Schrader (mit Mikrofon) mit Gardemädchen und Elferrat-Kollegen.

Kathus. Dass echter Karnevalsgeist keine Frage des Alters ist, bewies am Samstagabend Rolf Roth den rund 250 Gästen in der Kathuser Solztalhalle. Zu vorgerückter Stunde stieg der Faschings-Veteran und Ehrenpräsident der Kathuser Karnevalsvereinigung unangemeldet in die Bütt und schmiedete scharfzüngig Verse, in denen unter anderem die Rolle der einzelnen Parteien bei der Bad Hersfelder Bürgermeisterwahl beleuchtet wurde.

Schließlich stehe unter dem gedruckten Programm „Änderungen vorbehalten“, meinte Roth – er sei die Änderung.

Ganz schön akrobatisch: Die Seulingskometen des KKV bei ihrer Tanznummer zu afrikanischen Klängen. Zum Ensemble gehören auch zwei Herren. Fotos: z

Die vielseitig talentierte Truppe um den KKV-Präsidenten Reiner Mähler lieferte am Samstagabend eine vierstündige unterhaltsame Bühnenshow aus mitreißenden Tanznummern und volkstümlichen Vorträgen, die von Sitzungspräsident Thomas Schrader wortgewandt moderiert wurde. Ob Tanzmariechen Melanie Prosoli, die rot uniformierten Damen der KKV-Garde, Solztalhasen, Seulingskometen oder Girls United in Cowboy-Kluft – an Beine schwingenden, fantasivoll kostümierten Ballettformationen besteht in Kathus weiß Gott kein Mangel. Als künstlerischer und stimmungsmäßiger Höhepunkt vor dem Finale zelebrierten die Kathuser Schürzenjäger eine turbulente Mischung aus Playback-Show, Travestie-Comedy und gesellschaftskritischen Anmerkungen zum Geschlechterkampf aus der Bütt, alles vorgetragen in rasantem Tempo, mit ständigen Rollen- und Kostümwechseln, pendelnd zwischen Udo-Jürgens-Ballade, Hardrock und Schlagerschmalz.

Peinlich wie Comic-Kater Garfield war Bello, der sprechende Hund von Herrn Kaminski, eine Lachnummer von Tobias Kimpel und Arik Gebauer (er war der Hund), die unter dem Namen „Kathuser Pitschedemmler“ zur Kernmannschaft des Kathuser Karnevals zählen. Etwas langatmiger gestaltete sich das Drama um einen vermeintlich sterbenskranken Bauern der Sketchgemeinschaft „Octopussies“. Seefahrerromantik vermittelte der gemischte Chor der Hofsänger, der diesmal von Volker Henning live mit dem Akkordeon begleitet wurde.

Prunksitzung Kathuser Karnevalsvereinigung

Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ
Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung © HZ

Als treue Schlachtenbummler erwiesen sich wieder die Freunde vom Eiterfelder Carnevals-Verein, die mit ihrem Prinzenpaar Frank und Constanze erschienen waren. Die beiden sorgten für fürstlichen Glanz auf der Bühne, als die Tanztrainerinnen Annika Schrader und Marie Pifke mit der silbernen Damenbrosche des Karnvalsverbands Kurhessen ausgezeichnet wurden. Der KVK-Verdienstorden ging an Arik Gebauer und Tobias Kimpel. Zur Verleihung war eigens Winfried Kollmann, der Protokollchef des KVK, aus Fulda angereist. Darüber lästerte...

Von Peter Lenz

Quelle: Hersfelder Zeitung

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