Bürgermeister Grunwald legt Alternative vor

Leidenschaftliche Debatte um die Zukunft des Klinikkonzerns im Kreistag

Fast drei Stunden hat der Kreistag von Hersfeld-Rotenburg am Montagnachmittag sachlich, aber auch emotional über den geplanten Radikalumbau des Klinikkonzerns debattiert.

Fast drei Stunden hat der Kreistag am Montag sachlich, aber auch emotional über den geplanten Radikalumbau des Klinikkonzerns debattiert. Zu Beginn der Sitzung hatte Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald gemeinsam mit Andreas Börner (beide CDU) einen Antrag gestellt, wonach eine „medizinische und unternehmerische Kalkulation“ hinsichtlich des Neubaus einer kardiologischen Fachklinik in Rotenburg erstellt werden soll.

Es müsse weiter über den Erhalt des HKZ in Rotenburg diskutiert werden, warb Grunwald für seinen Antrag. Obwohl selbst Mitglieder seiner Partei der Ansicht waren, dieser Vorschlag konterkariere die Empfehlungen des Curacon-Klinikgutachtens, wurde der Antrag mit der Mehrheit des Kreistags zu weiteren Beratungen in die Ausschüsse überwiesen.

Zumindest teilweise wurde auch ein Antrag der Grünen angenommen, die sich für „Kooperation statt Konkurrenz“ angesichts des medizinischen Fachkräftemangels einsetzen und den Landkreis in die Verantwortung für die Immobilie des HKZ in Rotenburg nehmen wollen.

Zuvor hatte Landrat Dr. Michael Koch erneut die Notwendigkeit von radikalen Umstrukturierungen im Interesse der Gesundheitsversorgung des Kreises betont. Er wandte sich gegen „absurde Verschwörungstheorien“, wonach von Anfang an die Abwicklung der Akutmedizin in Rotenburg geplant gewesen sei. Koch wies Vorwürfe zurück, im HKZ sei „Geld verbrannt worden“. Er betonte, dass auch bei Umsetzung des Sanierungskonzepts der Weg „hart und steinig“ werde und es dabei auch am Klinikum schmerzhafte Einschnitte geben werde.

Manfred Fehr SPD-Fraktionsvorsitzender

In einer emotionalen Rede warb auch Rotenburgs Alt-Bürgermeister Manfred Fehr (SPD) für das Curacon-Konzept. Er wolle ein gutes, über die Grundversorgung hinausreichendes medizinischen Angebot für die Region. „Wenn sich jetzt nichts ändert, riskieren wir die gesamte medizinische Versorgung des Kreises“, warnte Fehr.

In der Debatte mit vielen Rednern wurde auch die Informationspolitik von Landrat und Geschäftsführung kritisiert. 

Bereits vor der Kreistagssitzung hatte eine Delegation mit Vertreter des Klinikums, des HKZ, der Orthopädie und der Hainbergklinik rund 1000 Postkarten von Beschäftigten an Landrat Dr. Michael Koch übergeben. Sie fordern von den Entscheidungsträgern unter anderem einen Erhalt der öffentlichen Trägerschaft der Kliniken, aber auch die Vorlage eines nachvollziehbaren, zukunftsfähigen Konzepts für die Klinken, den Erhalt aller Arbeitsplätze und eine Tarifbindung an den Öffentlichen Dienst (TVöD). (Kai A. Struthoff)

Quelle: Hersfelder Zeitung

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