Begleiter auf der Sinnsuche

Manfred Gerland, Pfarrer für geistliches Leben und Lutherweg-Unterstützer, geht in den Ruhestand

Nimmt seinen Abschied: Dr. Manfred Gerland. Akzente gesetzt hat er vor allem in der Männerarbeit. Dazu hat er eigene Tagungen, Seminare und Pilgerwanderungen nur für Männer angeboten. Foto: Emily Spanel

Manfred Gerland wird Spuren hinterlassen. Als Pfarrer für Meditation und geistliches Leben hat er vor 28 Jahren damit begonnen, spirituelle Themen von Vorurteilen zu befreien.

In seinem Wirken hat sich Dr. Manfred Gerland fokussiert auf das Kerngeschäft der Kirche: Menschen in ihrem Glauben zu vergewissern und zu stärken.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat er seine Spuren hinterlassen: Pfarrer Gerland hat entscheidend an der Einrichtung des Lutherwegs von Worms zur Wartburg mitgewirkt und ist aktiv im Trägerverein Lutherweg 1521.

40 Jahre nach seiner Ordination verabschiedet sich Dr. Manfred Gerland nun in den Ruhestand, nimmt zum Monatsende Abschied von seiner Wirkungsstätte seit 1992, dem Kloster Germerode.

Neuland hat der damalige Studentenpfarrer in Marburg betreten mit der Wahl seiner Schwerpunkte – und das ganz bewusst. „Studenten sind ein hervorragender Seismograf für gesellschaftliche Entwicklungen“, sagt der Pfarrer. Mit Feingefühl hat er die Wünsche dieser heranwachsenden Generation aufgenommen, „die es wieder in alte Kirchen zog, die bereit für besondere spirituelle Erfahrungen in Stille und Frieden war“.

Selbst noch mit wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Mediation ausgestattet, suchte der junge Dr. Gerland den geistigen Austausch mit Manfred Josuttis, Professor für Praktische Theologie an der Georg-August- Universität zu Göttingen. Und schließlich die freie Stelle im Kloster Germerode – eine mehr als glückliche Fügung. „Der ideale Ort, um Aufbauarbeit zu leisten, war gefunden“, erinnert sich Dr. Manfred Gerland rückblickend. „Spiritualität, ein Wort, das damals noch allzu fremd klang, in einem Ort zu leben, der viele Jahrhunderte im Dornröschenschlaf versunken war – das passte einfach.“

Erst 1990 war das Tagungshaus am Kloster Germerode nach einer langen Bauhistorie wiedereröffnet worden. Dr. Manfred Gerland begann sein Wirken hier zunächst noch mit einer halben Pfarrstelle; zusätzlich war er noch als Studentenpfarrer in Witzenhausen eingesetzt, ebenfalls mit einer halben Stelle.

Das Vorhaben, klösterliche Traditionen unter evangelischen Vorzeichen neu zu beleben, nahm schnell Fahrt auf; immer vielfältiger wurden die Aufgaben, immer breit gefächerter das Angebot. Neben Stille, Meditation und Einkehr bis heute besonders im Fokus: die Bildung. „Dankbar bin ich für die Unterstützung der Franziskaner-Mönche auf dem Hülfensberg“, sagt Dr. Manfred Gerland. Der fruchtbare gegenseitige Austausch hält noch immer an und nahm seinen Anfang 1998 mit dem ersten ökumenischen Pilgerweg.

Mit Susanne Böhringer ist bereits eine Nachfolgerin für Dr. Manfred Gerland gefunden. Wenn sie die Pfarrstelle zum 1. Februar übernimmt, möchte er das Kloster Germerode endgültig hinter sich lassen: „Meine Nachfolgerin soll die Chance haben, unbelastet eigene Akzente zu setzen.“ Langweilig wird es dem Buchautor und Familienvater Dr. Gerland in keinem Fall: Selbst Pilgern möchte er, wenigstens zwei Wochen, und diese Zeit einmal ganz für sich zum Reflektieren nutzen.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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