Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg

K+S reagiert auf Corona-Pandemie: Weniger Kumpel im Förderkorb - Produktion läuft in vollem Umfang weiter

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Die Schornsteine rauchen, der Parkplatz ist voll: Wie hier im Standort Hattorf in Philippsthal läuft die Produktion im K+S-Werk Werra trotz Corona-Krise weiter. Um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden, hat das Unternehmen verschiedene Vorkehrungen getroffen. 

Trotz der Corona-Krise im Kreis Hersfeld-Rotenburg läuft die Produktion im Werk Werra des Düngemittelherstellers K+S bislang in vollem Umfang weiter. Und das aus gutem Grund.

  • K+S trotzt der Coronakrise
  • Die Produktion im Werk Werra läuft weiter
  • Wegen Corona fahren weniger Kumpel im Förderkorb

„Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Versorgung“, unterstreicht die Leiterin der Kommunikation im Werk, Ivonne Balduf. Kaliumchlorid (KCI) und Kaliumsulfat (K2SO4) aus den Produktionsstandorten im Werratal würden vor allem in der Medizin und im Lebensmittelbereich eingesetzt – Kaliumchlorid unter anderem bei der Herstellung von Infusions- und Dialyselösungen, Kaliumsulfat als Rohstoff für die Arzneimittelherstellung.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: K+S sichert Stromversorgung

Zudem sichere der Betrieb der Untertageverwertungen die Entsorgung der Kraftwerksaschen und damit die Stromversorgung, argumentiert die Unternehmenssprecherin. Mit rund 4400 Mitarbeitern in den vier Werksstandorten in Hessen und Thüringen sowie der zentralen Technik ist K+S der größte Arbeitgeber in der Region.

Aktuell sei viel Flexibilität in allen Bereichen gefragt, so Balduf. Im Werk wurden ein Krisenstab etabliert und Kontaktreduzierungsmaßnahmen erarbeitet.

Mitarbeitern der Verwaltung gewähre das Unternehmen – sofern möglich – die Arbeit aus dem Homeoffice. „Gleichzeitig gilt es, auf unseren Standorten sicherzustellen, dass die Produktion weiterlaufen kann. Heißt: Manche Funktionen müssen vor Ort sein“, verdeutlicht Ivonne Balduf.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: Weniger Kumpel in den Förderkörben bei K+S

Ohnehin nicht nach Hause verlegen lassen sich viele Tätigkeiten in der Grube und in den Fabriken. Dort seien deshalb Vorkehrungen getroffen worden: Während die Kalikumpel normalerweise dicht gedrängt mit dem Förderkorb rund 750 Meter unter die Erdoberfläche zu ihren Arbeitsplätzen gebracht werden, sei nun die Anzahl der Personen bei der bei Seilfahrt reduziert worden.

Auch die Nutzung der Kauen, also der Umkleidebereiche der Bergleute, sei neu organisiert und deren Reinigung intensiviert worden.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: K+S fordert Einhaltung von Grundregeln

Weiterhin werde die Belegschaft an die Einhaltung hygienischer Grundregeln erinnert. Für Dienstreisen seien Beschränkungen ausgesprochen und Regelungen für Rückkehrer aus Risikogebieten gemäß Feststellung des Robert-Koch-Institutes getroffen worden.

„Alle Veranstaltungen, Besuche und Schulungen oder Trainings, die nicht gesetzlich vorgegeben oder produktionsrelevant sind, wurden abgesagt. Servicefunktionen sind über Telefon oder E-Mail zu kontaktieren“, erklärt Ivonne Balduf.

Mit einer FAQ-Liste im Intranet und Updates per Mail würden die Mitarbeiter informiert. Für verschiedene Szenarien seien Handlungsempfehlungen erstellt worden, an weiteren Maßnahmen werde gearbeitet, berichtet die Werkssprecherin.

Corona in Hersfeld-Rotenburg: K+S ermöglicht Homeoffice

Mitarbeitern, die wegen der Schließung der Schulen und Kitas keine Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder haben, bieteK+S nach Absprache die Arbeit im Homeoffice an.

„Wo dies nicht möglich ist, kann Urlaub oder Zeitguthaben beantragt werden, auch bis zu einem Zeitguthaben von minus 50 Stunden. Sollten Urlaub und Zeitguthaben auch aufgebraucht sein, besteht die Möglichkeit, in Absprache mit dem Vorgesetzten eine unbezahlte Freistellung zu beantragen“, führt die K+S-Sprecherin weiter aus.

Der Kali- und Steinsalzproduzent K+S aus Kassel (Nordhessen) verkauft laut hna.de sein gesamtes Salzgeschäft in Amerika. Das hat auch Auswirkungen auf die Belegschaft.

Auswirkungen von Corona im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Alle Infos im Ticker.

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Quelle: Hersfelder Zeitung

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