Bewährungsstrafen für einschlägig vorbelasteten 56-Jährigen und seine Lebensgefährtin

Paar aus Rotenburg hatte Drogen und Munition in der Wohnung

Die Statue einer Frau ist vor blauen Himmel zu sehen, sie hält eine Waage in der linken Hand.
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Symbolbild Justitia

Drogen, für den Handel übliche Utensilien, verbotene Gegenstände wie ein Elektroschocker und ein Schlagring sowie Munition sind bei einem Paar aus Rotenburg gefunden.

Bad Hersfeld/Rotenburg - Am 21. Juni 2018 hatte die Polizei die Wohnung der Rotenburger durchsucht, nachdem sie sich mit Hilfe einer Ramme Zugang verschafft hatte.

Am Dienstag mussten sich die beiden vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Bad Hersfeld verantworten. Drogenhandel war dem 56-Jährigen und seiner 28-jährigen Freundin jedoch letztlich nicht nachzuweisen.

Die Ermittlungen gegen den Mann, dessen ziemlich langes Vorstrafenregister bis 1978 zurückreicht und das unter anderem Diebstahl, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Bedrohung, aber eben auch Handel mit Betäubungsmitteln auflistet, waren durch ein anonymes Schreiben ausgelöst worden. Der Angeklagte beteuerte im Gericht hingegen: „Ich bin kein Dealer.“

Gefunden worden waren etwa 40 Gramm Haschisch mit besonders hohem Wirkstoffanteil, außerdem das Narkotikum Propofol und das Schmerzmittel Tilidin. Den Besitz des Haschischs für den Eigengebrauch räumte der Angeklagte dann auch ein. Schmerzmittel benötige er, weil er seit Jahren unter gesundheitlich bedingten Schmerzen leide.

Die zahlreichen Patronen unterschiedlichen Typs habe er bei einer Wohnungsauflösung gefunden und irgendwann zur Polizei bringen wollen, argumentierte der 56-Jährige weiter. Laut eines Experten von der Polizei sei das „Innenleben“ durchaus geeignet gewesen, um zum Beispiel Zigaretten- oder Geldautomaten zu sprengen. Feinwaage und Tütchen nutze er für Bruchgold, das er sammele und beim Juwelier verkaufe, so der Angeklagte, der bereits im Gefängnis saß. Eigenen Angaben nach lebt er von Rente und Hartz-IV.

Verurteilt wurde der 56-Jährige schließlich wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie des Besitzes der verbotenen Gegenstände – und zwar zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten, ausgesetzt zur Bewährung für drei Jahre. Außerdem muss er 500 Euro an die Diakonie zahlen. Das Geld ist für ein Anti-Drogen-Projekt bestimmt. Zugunsten des Angeklagten hatte das Gericht dessen Teilgeständnis gewertet und dass es sich bei Haschisch um eine sogenannte weiche Droge handele. Die 28-Jährige sah das Gericht lediglich als Mittäterin an. Sie wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ebenfalls ausgesetzt zur Bewährung für drei Jahre. Sie muss zudem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Beide werden einem Bewährungshelfer unterstellt. (nm)

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