Bahngelände in Schenklengsfeld: Verwunderung über Suche nach Schwellenpaten

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Zukunft ungewiss: Wie es mit den Gleisanlagen der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn (im Bild das Bahnhofsgelände in Schenklengsfeld) weitergeht, steht noch nicht fest. Ein Verein aus Sachsen-Anhalt wirbt jetzt um Schwellenpaten. 

Schenklengsfeld – Schwellenpate werden und den Erhalt der Hersfelder Kreisbahn unterstützen – das Angebot des Fördervereins Bürgerbahnhof Güsen sorgt derzeit für Verwunderung.

Auf der Homepage des Vereins im rund 300 Kilometer entfernten Ortsteil der Einheitsgemeinde Elbe-Parey im Landkreis Jerichower Land ist von einem Arbeitskreis Hersfelder Kreisbahn die Rede, der gemeinsam mit der Gemeinde Schenklengsfeld die Wiederinbetriebnahme der Strecke verfolge. Gegen eine Zahlung von 50 Euro wird Unterstützern eine Schwelle mit Namen und Urkunde angeboten. Ob die Kommune den Schienenstrang nach Heimboldshausen tatsächlich übernehmen wird, steht allerdings noch nicht fest. Bürgermeister Carl Christoph Möller strebt zwar eine Reaktivierung – in erster Linie für den Güterverkehr – an und steht nach eigenem Bekunden in Kontakt mit Firmen, die sich unter Maßgabe eines Gleisanschlusses im Gewerbegebiet ansiedeln wollen. Noch stehen jedoch Gutachten zum Strecken- und Brückenzustand aus. Erst wenn diese vorliegen, sollen die Gemeindegremien über das Angebot des Eigentümers entscheiden, die Strecke für 20.000 Euro zu übernehmen.

Die Suche nach Schwellenpaten sei weder mit ihm abgestimmt, noch Bestandteil seiner Reaktivierungsbemühungen, erklärt Schenklengsfelds Bürgermeister Carl Christoph Möller auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Vorstoß sei sicher gut gemeint, aber nicht gut gemacht, meint der Rathauschef.

Die Aktion aus Güsen sei sicher nicht böse gemeint, hätte aber abgesprochen werden müssen, sagt auf Nachfrage auch der Vorsitzende des Fördervereins Werra-Fulda-Bahn, Jürgen Baumgardt. Der Kontakt zu den engagierten Eisenbahnfreunden aus Sachsen-Anhalt sei entstanden, als der Schenklengsfelder Förderverein das Reststück der Kreisbahnstrecke im Jahr 2017 auf der Internetplattform Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten hatte.

Der Verein Bürgerbahnhof habe einen Nutzungsvertrag mit dem Förderverein Werra-Fulda-Bahn, geschlossen, um die Strecke freischneiden, befahren und instandsetzen zu dürfen. Die Ehrenamtlichen aus Sachsen-Anhalt hätten in ihren Reihen die Eisenbahner, die in Schenklengsfeld fehlen, führt Baumgardt aus. Über den vom Vorstand ins Auge gefassten Streckenverkauf an die Gemeinde müsse noch die Mitgliederversammlung des Fördervereins entscheiden. Der Nutzungsvertrag stehe dem nicht entgegen: Er sei jederzeit kündbar, betont Jürgen Baumgardt.

Die Schwellenpaten-Aktion sei sehr wohl besprochen worden, betont hingegen Daniel Groener, Vorsitzender des Fördervereins Bürgerbahnhof Güsen, der allerdings einräumt, dass ein Vereinsmitglied das Angebot wohl etwas voreilig veröffentlicht habe.

Als Mitglied des Deutschen Bahnkunden-Verbandes setze sich sein Verein für den Erhalt von Eisenbahn-Infrastruktur ein, erklärt Groener, der ein Unternehmen für Eisenbahndienstleistungen betreibt, das Interesse an der rund 300 Kilometer entfernten Strecke. Interessenten für Schwellenpatenschaften gebe es bereits. Diese würden gesammelt, um dann die entsprechenden Schwellen zu bestellen.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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