Einsatz für die Menschlichkeit

Transport mit Hilfsgütern aus Bad Hersfeld auf dem Weg nach Lesbos

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Gute Laune bei der Aktion für den guten Zweck: Die freiwilligen Helfer spornen sich gegenseitig an.

Seit Montag ist ein Lkw mit Hilfsgüter aus Bad Hersfeld unterwegs in das überfüllte Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos. 

Bad Hersfeld – Hunderte Säcke mit Kleidung, dutzende Rollstühle und Fahrräder stapelten sich im Lager des Christlichen Hilfsdienstes bis unter die Decke.

Die Spenden, die Organisatorin Carina Herget in den letzten Monaten gesammelt hatte, werden die Grundversorgung der Flüchtlinge im griechischen Lager „Pikpa“ auf Lesbos unterstützen. Am Wochenende traf sich Herget mit rund 15 freiwilligen Helfern vor den großen Hallentüren, hinter denen sich die Hilfsgüter türmten.

„Jetzt bin ich aufgeregt, weil mein Projekt zum Abschluss kommt und wir die Sachen auf die Reise schicken“, erklärte Organisatorin Carina Herget, die das ausgewählte Flüchtlingscamp 2018 selbst besucht hatte. Als der Lkw, der die Hilfsgüter transportieren soll, auf den Hof rollte und sich die Laderampe des Transportwagens senkte, staunten die Helfer: „Da passt ja so viel rein da haben wir noch Platz“, stellte Carina Herget fest und Heinrich Schmidt, erster Vorsitzender des Christlichen Hilfsdienstes, hatte auch schon eine Idee: „Dann geben wir noch ein paar Fahrräder dazu.“

Gute Laune bei der Aktion für den guten Zweck: Die freiwilligen Helfer spornen sich gegenseitig an.

Die zusätzliche Spende nahm Carina Herget gerne an. Die passionierte Helferin weiß genau, was vor Ort gebraucht wird, denn anstatt willkürlich Gegenstände einzusammeln, suchte Herget bereits zuvor gezielt nach Hilfsgütern, die in Pikpa gebraucht werden. „Wir haben nur moderne und einwandfreie Kleidung verpackt und das ganze auch gleich thematisch sortiert“, erinnert sich die Organisatorin.

Gespendet wurden Damen- und Kinderschuhe, Sporttaschen, Schlafsäcke und Spielsachen. Neben privaten Hilfen kam auch Unterstützung von regionalen Firmen. So kamen noch 4000 Euro und ein Ultraschallgerät dazu. Mit praktischer Hilfe beteiligte sich die Firma Lo-Bo-Trans und stellte einen Fahrer sowie die Spritkosten für den voll beladenen Lkw zur Verfügung, den die Helfer eifrig beluden. Zuerst wurden die blauen Säcke mit den Schildern „Childrens shoes“ und „Woman“ verladen, dann hoben die Freiwilligen Fahrräder auf die Ladefläche.

Mit viel Elan für Flüchtlinge, Sack um Sack verlässt das Lager.

Die Helfer engagieren sich gerne für Hilfsbedürftige und so herrschte eine ausgelassene Stimmung. Für viele war es nicht der erste Einsatz im Zeichen der Bedürftigkeit. So hatte sich auch Helferin Martina Englich gleich freiwillig gemeldet, als sie eine Nachricht von der Organisatorin bekam: „Ich habe dann mein Haus komplett durchgeschaut und später auch beim Sortieren der Kleidung geholfen“, erzählte die Kinderkrankenschwester.

Im Einsatz waren auch Leonie Maibaum und Mutter Ulrike. Die beiden Frauen sind bereits erfahrene Helferinnen, sie packten schon bei humanitären Lieferungen des Christlichen Hilfsdienstes mit an.

Als Säcke und Kisten verstaut waren, übernahm Kraftfahrer Mitko Stoinov. Der gebürtige Mazedonier fährt seit Montag vier Tage bis zum Zielort. Zunächst ist er auf der Straße unterwegs und später setzt Stoinov per Fähre über, um die Hilfsgüter nach Lesbos zu bringen.

VON KIM HORNICKEL

Quelle: Hersfelder Zeitung

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