Einsatz gegen sauren Waldboden

Wenn der Kalk vom Himmel rieselt

Einsatz über den Baumkronen: Mit einem Hubschrauber lässt das Forstamt Bad Hersfeld derzeit den Wald im östlichen Kreisgebiet kalken. Fotos: Eisenberg

Philippsthal. Mit knatterndem Rotor steigt der Hubschrauber in die Höhe. Aus dem Streubehälter, der 25 Meter unter dem Helikopter angebracht ist, lässt Pilot Uwe Schmid eine Tonne kohlensauren Magnesiumkalk über die Baumkronen rieseln und zieht dabei eine mächtige Staubfahne hinter sich her.

In einer Schleife kehrt das Fluggerät zum Waldrand zurück und setzt den Behälter ab. Während der Hubschrauber 25 Meter darüber auf der Stelle schwebt, schüttet Bodentechniker Willi Förster mit seinem Radlader eine Schaufel des graubraunen Streumaterials in den Behälter. Und schon steigt das knatternde Ungetüm wieder in die Höhe.

Nur rund 90 Sekunden dauert ein Intervall aus Streuen und Beladen. Ich stehe am Waldrand oberhalb des Philippsthaler Ortsteils Harnrode. Im Auftrag des Forstamtes Bad Hersfeld wird hier von der Firma Silvatec aus Neuenstein in Baden-Württemberg der Wald gekalkt.

Drei Tonnen pro Hektar

Diese Kompensationskalkung habe das Ziel, Säureeinträge im Waldboden zu mildern und so ein gesundes Wachstum der Bäume zu ermöglichen, erklärt Wolfgang Adam, Funktionsbeamter des Forstamtes für Technik. Drei Tonnen pro Hektar des leicht alkalischen Streumaterials mit bis zu 0,2 Millimeter Korngröße werden dazu über den Baumwipfeln verteilt.

„Ein bewährtes Material, konstant in der Qualität und nicht mit Schwermetallen belastet“, beschreibt Wolfgang Adam das Streugut, das in einem Steinbruch in Vockerode im Werra-Meißner-Kreis gewonnen und mit Lastzügen an verschiedene Punkte des Waldes gebracht wird. Zur Qualitätskontrolle nimmt der Forstbeamte regelmäßig Proben.

Vom Hubschrauber aus könne das Streugut optimal verteilt werden, sagt der Förster. Außerdem habe diese Methode im Vergleich zum Einsatz von Blasgeräten am Boden den Vorteil, dass Wege und Waldboden nicht beschädigt würden. Auch die Waldbewohner würden trotz des Hubschrauberlärms weniger belästigt.

Ist der Wald zwischen Philippsthal und Harnrode fertig gekalkt, fliegt der Hubschrauber bei Friedewald, rund um Dinkelrode und bei Wippershain. Danach sind noch private und kommunale Waldstücke an die Reihe, wo der Einsatz dank eines Förderprogrammes der öffentlichen Hand möglich wird.

Hintergrund Pilot überwacht...

Von Jan C. Eisenberg

Quelle: Hersfelder Zeitung

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