Auslastung bei 88 Prozent - Deckungslücke von 175.000 Euro

Bad Hersfelder Festspiele: Intendant Wedel hält erste Spielzeit für „geglückt“

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Intendant Dieter Wedel

Bad Hersfeld. Die Bad Hersfelder Festspiele haben eine positive Bilanz der ersten Spielzeit unter Intendant Dieter Wedel gezogen. Insgesamt seien 88 Prozent der 88.000 Karten verkauft worden.

Somit haben knapp 77.500 Zuschauer die Stücke der Spielzeit 2015 besucht. Zudem sei erstmals die Drei-Millionen-Euro-Marke beim Umsatz geknackt worden.

„Ich freue mich, dass das neue Konzept gleich im ersten Jahr so gut angenommen wurde“, sagte Intendant Wedel. Trotz des „überzeugenden Ergebnisses“ der ersten Spielzeit müssen nach Angaben von Stadt und Festspielverwaltung rund 175.000 Euro mehr aufgewendet werden als geplant.

„Über diese Überziehung ärgere ich mich“, räumte Wedel freimütig gegenüber unserer Zeitung ein. Als Gründe werden unter anderem die Einführung des Mindestlohns und ein unerwarteter Sponsorenausfall genannt.

Auch Bürgermeister Thomas Fehling spricht von einer „erfolgreichen Festspielsaison“. Die Deckungslücke mache weniger als drei Prozent des Gesamtetats von 6,09 Millionen Euro aus. Einige Ausgabenpositionen hätten aufgrund des großen Zeitdrucks beim Intendantenwechsel nicht „bis zum Ende durchverhandelt werden können“.

Ohnehin ist der direkte Vergleich zur letzten Spielzeit unter Intendant Holk Freytag schwierig, weil die Stiftsruine aus Sicherheitsgründen und wegen des besseren Zuschauerkomforts eine neue Tribüne erhalten hat, die allerdings 400 Sitzplätze weniger hat.

Die Auslastung in der letzten Spielzeit von Intendant Holk Freytag hatte bei knapp 72 Prozent gelegen. Wegen des größeren Kartenangebots waren das 10.000 Besucher mehr als in der ersten Spielzeit von Dieter Wedel.

„Ich veranstalte keine Olympiade mit Holk Freytag, und ich habe auch keinen Grund mich zu entschuldigen“, sagte Dieter Wedel unserer Zeitung. Er verwies auf die zahlreichen Neuerungen und den großen Zeitdruck seiner ersten Intendanz. „Die erste Spielzeit ist geglückt“, sagte Wedel. Gleichwohl sehe er bei den Besucherzahlen noch Luft nach oben.

„Wir wollen mittelfristig 100.000 Zuschauer erreichen“, erklärte auch der kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele Stefan Pruschwitz. Dies könne aber nur durch eine Verlängerung der Spielzeit und zusätzliche Vorstellungen etwa am Nachmittag erreicht werden. Pruschwitz verweist zudem auf den hohen Investitionsstau, der unerwartete Ausgaben vor allem im technischen Bereich nach sich gezogen hat.

Mehr über die Bilanz der ersten Spielzeit und ein Interview mit Intendant Dieter Wedel lesen Sie später online und morgen in der gedruckten Ausgabe Ihrer Zeitung.

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