Nebulöse Buchungen - Angeblich 47.000 Euro Schaden

Hersfelder wegen Untreue vor dem Schöffengericht

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Bad Hersfeld. Im Nebel dubioser Buchungen bei einer Bad Hersfelder Montagefirma stocherte das örtliche Schöffengericht im Prozess gegen einen 59 Jahre alten ehemaligen Mitarbeiter, der der Untreue in 31 Fällen angeklagt war.

Staatsanwältin Christina Dern warf ihm vor, Schecks eines Kunden auf seinem Privatkonto eingelöst und so zwischen November 2013 und Januar 2015 rund 47 .00 Euro ergaunert zu haben.

Trotz mehrstündiger Beweisaufnahme blieb die Geschichte so nebulös, dass es weiterer Aufklärung bedarf: Das Gericht musste sich auf den Freitag kommender Woche vertagen.

Das Zwei-Mann-Unternehmen arbeitete vornehmlich für einen Großkunden und montierte deutschlandweit Bäckerei-Einrichtungen. Der Hersfelder war zwar der eigentliche Kopf der Firma, wegen einer früheren Insolvenz aber lediglich als Buchhalter angestellt. Der nominelle Chef kam aus Fulda. Zeitweise wurden auch andere Mitarbeiter beschäftigt.

Bevor das Unternehmen mangels weiterer Aufträge und drohender Überschuldung im Laufe des Jahres 2015 den Betrieb einstellte, bemerkte der 33-jährige Geschäftsführer zwei per Scheck beglichene Rechnungen, die jedoch auf das private Konto seines Kompagnons gewandert waren. Der Fuldaer erstattete Strafanzeige. 

Die Ermittlungen der Hersfelder Kripo ergaben, dass nicht nur diese beiden Schecks, sondern auch 29 weitere mit einem Gesamtvolumen von 73 000 Euro vorübergehend umgeleitet worden waren. Der auf dem Geschäftskonto fehlende Betrag summierte sich schließlich auf besagte 47.000 Euro.

Das sei so abgesprochen gewesen, beteuerte der Angeklagte. Er habe sich von den Schecks zum Teil sein Gehalt wie auch seine Auslagen für neben der Buchhaltung geleistete Montagedienste abgezweigt.

Nichts sei abgesprochen gewesen, widersprach der Chef, außerdem sei der Lohn des Buchhalters nur halb so hoch gewesen wie von diesem angegeben. Daneben bezichtigten sich die ehemaligen Partner gegenseitig der Alkohol- wie der Spielsucht.

Mit den vorhandenen Kontenunterlagen ließ sich das Vorgetragene nicht nachvollziehen. Und als man beim Blick ins Kassenbuch in einem Punkt glaubte klar zu sehen, sagte der Buchhalter: Das sei ja nur das Kassenbuch 1, die fraglichen Buchungen jedoch im Kassenbuch 2 vermerkt. Das jedoch ist verschwunden.

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