In über 20 Jahren 36 500 Operationen im Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg

Herzkranke ohne Warteliste

Das herzchirurgische Team der ersten Stunde: von links Stephan Kasseckert, Helmut Spohr, Dr. Dieter Kling, Dr. Hartmut Oster, Edith Federlein, Melitta Mettmann und Susanne Menke. Foto: nh

Rotenburg. Jubiläum ohne Feier: Die Ende 1989 eröffnete Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie im privaten Rotenburger Herz- und Kreislaufzentrum besteht jetzt gut 20 Jahre. Die Bilanz: 36 500 Operationen, davon 31 200 mit der Herz-Lungen-Maschine.

„Eine stolze Zahl“, sagt HKZ-Geschäftsführer Guido Wernert. Eine Zahl, die für eine hohe Routine und Erfahrung spreche.

Vor der Eröffnung gab es politischen Streit. Die damalige SPD-Landesregierung hatte dem HKZ die Herzchirurgie versagt und entschied sich für den Standort Städtische Kliniken Kassel. Die CDU-Regierung Dr. Walter Wallmanns, die von 1987 bis 1991 regierte, löste mit der Genehmigung für Rotenburg ein Wahlversprechen ein.

Der damalige Hessische Sozialminister Karl-Heinz Trageser lobte das privatwirtschaftliche Engagement. Etwa 18 Millionen Mark investierte das 1974 eröffnete HKZ in die neue herzchirurgische Abteilung. Die langen und deshalb teilweise gefährlichen Wartezeiten für Herzpatienten sollten sich durch die neue chirurgische Klinik verringern.

Weit bekannt

Die Chefärzte, Privat-Dozent Dr. med. Hartmut Oster (Herz- und Gefäßchirurgie) und Dr. Dieter Kling (Abteilung für Anästhesie) sind heute noch aktiv - stellten kompetente Teams zusammen und etablierten die Rotenburger Herzchirurgie als Spezialklinik in Hessen und den angrenzenden Bundesländern, sagt Guido Wernert heute. Bevor die Zahl der Herzchirurgien in Deutschland in den 90er-Jahren mehr als verdoppelt wurde, kamen viele Patienten aus ganz Deutschland ins HKZ. Die jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet der Herz- und Gefäßchirurgie sorge für hohe Qualität und kurze Operationszeiten. Wernert: „Die herzchirurgische Abteilung des HKZ ist heutzutage über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt und genießt internationale Anerkennung. Überwiegend kommen die Patienten heute aus Nordhessen, Mittel- und Südhessen sowie aus Thüringen und Niedersachsen.“ Derzeit werden jährlich etwa 1600 Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine sowie mit Schrittmacher- und Defibrillator-Operationen ausgeführt. Die angestrebte Zahl von etwa 1000 Operationen jährlich sei deutlich übertroffen worden, sagt Wernert.

In Rotenburg habe die Zukunft bereits begonnen. In der Herz- und Gefäßchirurgie sei zunehmend das so genannte Hybrid-Verfahren entwickelt worden, um Herz und Gefäßerkrankungen für den Patienten so schonend wie möglich zu behandeln, oder um Patienten, die ein sehr hohes Operationsrisiko aufweisen, überhaupt behandeln zu können.

Wie berichtet, entsteht im HKZ ein Hybrid-Operationssaal. Wernert: „Nach der Fertigstellung voraussichtlich im Mai 2010 wird dann modernste computergesteuerte Durchleuchtungstechnik in Verbindung mit modernster OP-Technik zur Verfügung stehen, um den Patienten auch weiterhin eine optimale Behandlung auf dem neuesten Stand der Technik zu gewährleisten.“ WETERE BERICHTE

Von Manfred Schaake

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