Kanzlerkandidat zu Gast in der Region

Hessen-SPD bejubelt Martin Schulz beim Gipfel in Friedewald

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Gut gelaunt am Schlosshotel: Martin Schulz wird von Hessens-SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel in den Rittersaal begleitet.

Friedewald. Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, hat am Samstag für mehrere Stunde den Hessengipfel seiner Partei in Friedewald (Kreis Hersfeld-Rotenburg) besucht.

Der 61-Jährige erntete mit einer engagierten Wahlkampfrede im Rittersaal des Göbels Schlosshotels stehende Ovationen seiner Parteigenossen. Schulz forderte mehr Solidarität in Europa und bescheinigte der AfD, "keine Alternative für Deutschland, sondern eine Schande für die Bundesrepublik" zu sein.

Aktualisiert um 14.03 Uhr.

Schulz setzt im Bundestagswahlkampf auf Emotionen. Es werde ein Wahlkampf, "wo wir beweisen müssen, dass wir nicht nur Kopfmenschen sind", sagte er am Samstag in Friedewald. Es gehe auch um Gefühle. Die SPD müsse "im Bauch spüren, was es heißt, wenn der K+S-Arbeiter morgens aufwacht und nicht weiß, wie es weitergeht". Das müssten die Wähler spüren. Die Bundestagswahl findet am 24. September statt.

Schulz wird in Friedewald begeistert gefeiert: Er will einen Wahlkampf mit Emotionen. Rechts steht der SPD-Franktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel.

Im Interview mit unserer Zeitung bezog Schulz Stellung zur wirtschaftlichen Lage im Kali-Revier und versprach den Kumpel, „dass wir die Vereinbarkeit von industrieller Entwicklung und Umweltschutz nicht gegeneinander ausspielen, sondern miteinander kombinieren“.

Zuvor hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles einen dringlichen Appell an die Bundesregierung gerichtet, kriselnde Branchen wie den Kali-Bergbau zu unterstützen. "Man darf nicht warten, bis eine ganze Region in der Krise steckt", sagte Nahles. Ein von ihr entworfener Gesetzesvorschlag, zur Neuregelung der Kurzarbeit liege seit einem knappen Jahr im Kanzleramt, gab sie in einer Pressekonferenz an und schoss gegen den Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier, „der eine Prüfung des Vorschlages nicht hinbekommen würde.“ Aus Friedewald nehme sie Botschaft mit nach Berlin, dass K+S seine Mitarbeiter behalten wolle. „Die derzeitige Delle werden wir überwinden“, sagte sie.

Hessengipfel: Kanzlerkandidat Martin Schulz in Friedewald

Kämpferisch zeigte sich auch der stellvertretende Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, der den Hessengipfel in Anspielung auf den Tagungsort der CSU als „sozialdemokratisches Wildbad Kreuth – nur ohne Separatismus“ bezeichnete.

Die SPD-Mitglieder diskutierten in Friedewald zudem über die Themen Rente, Kinderarmut, Solidaritätskrise in Europa und die Zukunft des Bergbaus, wie Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte. Die Klausurtagung steht unter dem Motto "Sicherheit schafft Zusammenhalt". 

Besonders Schulz’ Besuch hatte für ein enormes Medieninteresse gesorgt. Mehrere Fernseh- und Radiosender waren im beschaulichen Friedewald ebenso vor Ort, wie Korrespondenten ausländischer Zeitungen. Das Schlosshotel wird auch im nächsten Jahr Ort des Hessengipfels sein. (lad/dpa)

Mehr vom Hessen-Gipfel lesen Sie in der Montagsausgabe der HNA.

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