Das Fazit der Hessentagsbeauftragten fällt positiv aus 

Interview mit Anke Hofmann: „Stadt hat sich beim Hessentag toll präsentiert“

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Die letzten Fahrten mit dem Hessentagsrad: Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann hat auch nach dem Fest noch einiges zu tun, freut sich aber auf mehr Schlaf. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Über 1000 Veranstaltungen, 862.000 Besucher: Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann zieht ein positives Fazit - und freut sich auf mehr Schlaf.

Der Hessentag in Bad Hersfeld ist seit über einer Woche vorbei. Es gab über 1000 Veranstaltungen, 862 000 Besucher haben das zehntägige Fest besucht, es wurde friedlich und fröhlich gefeiert.

Wir haben Bad Hersfelds Hessentagsbeauftragte Anke Hofmann nach ihrer ganz persönlichen Bilanz gefragt.

Zwei Jahre Vorbereitung, zehn Tage Party – was war anstrengender?

Zwei Jahre Vorbereitung. Ganz klar zwei Jahre Vorbereitung. Denn es hängt doch mehr daran, als man ursprünglich vermutet hat, und in jedem Fall auch mehr, als die Bevölkerung im Vorfeld wahrgenommen hat.

Wir haben uns sehr lange und sehr intensiv mit den Veranstaltungsflächen, mit Themen wie Verkehr und Sicherheit sowie den verschiedenen Partnern auseinandergesetzt. Es gab unheimlich viele Gespräche und Diskussionen.

Unser Arbeitstag war also auch vor dem Fest schon sehr lang, aber es hat sich gelohnt.

Was werden Sie in den ersten freien Minuten nach dem Hessentag als erstes machen?

(lacht) Auf jeden Fall schlafen. Ich habe im vergangenen Jahr wohl keine Nacht richtig geschlafen, die zehn Tage kommen dann noch dazu ... Man steckt das ganz gut weg, und es gibt auch jetzt noch einiges abzuwickeln. Aber es fällt nun auch eine Last von einem ab, wenn man das so sagen kann. Schlafen, Ruhe und Sonne wären schön.

Das befürchtete Verkehrschaos ist ausgeblieben, die meisten Kritiker waren schnell verstummt. Wie überrascht waren Sie selbst von der guten Stimmung in der Stadt?

Der Stimmungswechsel hat uns natürlich wahnsinnig gefreut. Gerade das Thema Verkehr hat uns sehr lange beschäftigt. Dass wir im Verkehrschaos enden, haben wir nicht geglaubt, da waren wir weitaus zuversichtlicher als die Bevölkerung.

Ich fand es toll, ohne nach rechts und links gucken zu müssen, über die Straße gehen zu können, die Stadt war viel ruhiger ohne die vielen Autos. Viele haben während des Hessentags aufs Fahrrad zurückgegriffen, und wir hoffen, dass der eine oder andere nun dabeibleiben wird.

Jetzt, wo der Verkehr wieder rollt, ist auch die Stimmung in der Stadt eine ganz andere, zumindest empfinde ich es so.

Kritik gab es allerdings von gehbehinderten Besuchern, die nicht in die Konzert-Arena durften, und von Händlern, die schlechte Plätze und Lücken in der Hessentagsstraße monierten und nun angeblich auch klagen wollen …

Zur Arena: Das stimmt ja so nicht. Jeder war uns willkommen und wir haben sehr genau überlegt, wie wir jedem gerecht werden und dabei die Sicherheit aller Besucher nicht vernachlässigen. Es gab eine Tribüne für mobilitätseingeschränkte Besucher, die diese Plätze bei entsprechendem Erfordernis buchen konnten. In erster Linie war die Tribüne natürlich für Rollstuhlfahrer vorgesehen, aber wenn es noch freie Plätze gab, konnten auch Menschen mit anderen körperlichen Einschränkungen die Tribüne nutzen und ihre Eintrittskarte tauschen.

Sollte es dabei zu Pannen gekommen sein, zu einer unangemessenen oder nicht detaillierten Kommunikation, auch seitens des Sicherheitsdienstes , tut uns das wirklich sehr leid.

Was die Händler betrifft: Natürlich gab es Bereiche, die mehr frequentiert waren, als andere. Wir haben versucht, mit Beschilderung und Baken entgegenzuwirken. Wir haben auch speziell am Vogelgesang, wo es Kritik gab, die Besucher dort entlanggeführt. Wo ein Kunde aber letztlich stehen bleibt und etwas kauft, darauf hat die Stadt wenig Einfluss. Wir haben einigen Händlern dann auch angeboten, ihren Stand kostenfrei nochmal beim Helferfest aufzustellen, das wollte man aber nicht.

Die Standgelder wurden von den Stadtverordneten festgesetzt, die Preise haben sich nach Angebot und Größe gerichtet und danach, ob es sich um lokale Anbieter handelt oder nicht. Natürlich orientiert man sich dabei auch an den Vorjahresstädten.

Apropos klagen: Was hat die Stadt als Folge des Vergabestreits um das Riesenrad zu befürchten?

Das kann ich Ihnen nicht sagen. Wir haben das Riesenrad in einem zweiten Verfahren, das sich an den Vorgaben des Verwaltungsgerichtes orientiert hat, neu vergeben.

Was hat Sie am meisten beeindruckt, was wird Ihnen besonders in Erinnerung bleiben?

Die gute Stimmung! Dass auch viele Kritiker auf uns zugekommen sind und begeistert waren. Ich glaube, dass die Stadt wirklich ein Stück näher zusammengerückt ist und ich hoffe, dass das so bleibt. Es gab so viele tolle Veranstaltungen, da möchte ich jetzt keine hervorheben.

Einen Dank möchte ich an dieser Stelle den vielen ehrenamtlichen Helfern aussprechen. Ihr wart einfach spitze! Ebenso möchte ich einen Appell an die Bürger, den Einzelhandel, die Verwaltung und die Politik richten: Gemeinsam haben wir gezeigt, wie faszinierend lebendig unsere Stadt ist. Es liegt an jedem von uns, diese faszinierende Lebendigkeit am Leben zu erhalten.

Dass bei der Helferfeier nicht alle Gäste Helfercoupons erhielten, hat für Irritationen gesorgt.

Die Stadt Bad Hersfeld hat alle Helfer, die seitens der Stadt eingesetzt wurden, das städtische Personal sowie die Partner eingeladen, um ihnen für die geleistete Unterstützung Danke zu sagen. Diese haben als kleines Bonbon für mindestens drei Tage Einsatz zusätzliche Helfercoupons erhalten.

Einen Dank wollten wir jedoch auch an die Vereine und Schüler zurückgeben, die den Landessportbund und den Sportkreis unterstützt haben. Daher haben wir diese zu freien Getränken eingeladen. Dies wurde im Vorfeld dem Sportkreis auch so auch mitgeteilt.

862.000 Besucher sind eine ordentliche Zahl. Wie wird die Bilanz aus finanzieller Sicht aussehen?

Das kann ich heute noch nicht sagen. Es werden zurzeit noch Rechnungen gestellt et cetera. Die Abrechnung wird sich sicher noch etwas hinziehen.

Wann findet der nächste Hessentag in Bad Hersfeld statt und was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?

(lacht und überlegt lange) Der nächste Hessentag wird wohl erst dann stattfinden, wenn ich nicht mehr dabei bin ... Viele haben ja zum Schluss gesagt, der Hessentag müsste noch länger gehen. Die Entscheidung, ob und wann der Hessentag wieder in Bad Hersfeld stattfinden wird, liegt in erster Linie an der Politik. An manche Sachen würde man mit der Erfahrung vom ersten Mal vermutlich anders herangehen, man kennt dann auch schon die Partner. Das Konzept ändern würde ich aber vermutlich nicht. Es war eine große Herausforderung, den Hessentag mitten in der Innenstadt auszurichten, aber es hat sich gelohnt. Die Stadt hat sich toll präsentiert und man hat von vielen Besuchern gehört, dass sie gerne wiederkommen möchten. Das ist die beste Marketingstrategie, die man haben kann.

Und gegen das Wetter sind auch Sie machtlos ...

Es war natürlich ärgerlich, dass ein Konzert abgesagt werden musste und das Fest auch an einem zweiten Abend erst unterbrochen und dann abgebrochen werden musste. Aber die Sicherheit geht immer vor und im Großen und Ganzen haben wir doch Glück gehabt. Zudem war die Stadt auch erstaunlich voll, als es mal geregnet hat. (nm)

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