Hessentagsbeirat

Rote Zahlen wegen Landesfest? „Keine finanzielle Gefahr“ für Hessentagsprojekte

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Teurer als geplant: 2,5 Millionen Euro sollte der neubau des Funktionsgebäudes am Stadion Oberau kosten, jetzt werden es 216.000 Euro mehr. Das sorgt in der Stadtpolitik für Diskussionen.

Irritationen hat es um vermeintliche Kostenexplosionen bei Großvorhaben in Bad Hersfeld gegeben. Der Vorsitzende des Hessentagsbeirats sieht jedoch keine finanzielle Gefahr.

Relativiert hat der Vorsitzende des Hessentags-Beirats und des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Bad Hersfeld, Bernd Böhle (FDP), Irritationen um vermeintliche Kostenexplosionen bei städtischen Großvorhaben. „Ich sehe aktuell keine finanzielle Gefahr“, sagte Böhle auf Anfrage unserer Zeitung zum Budget für die Hessentagsprojekte.

Auch die jetzt bekannt gewordenen Mehrkosten in Höhe von 216.000 Euro beim Neubau des Funktionsgebäudes im Stadion Oberau – geplant waren 2,5 Millionen – bedeuten seiner Ansicht nach zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht, dass beim Landesfest im Juni zwingend rote Zahlen geschrieben werden.

Weil alle Investitionsvorhaben auf der Hessentagsliste gegenseitig deckungsfähig sind, könne das Budget zum einen durch Streichungen und Verschiebungen eingehalten werden. Zum anderen sei die Einnahmeerwartung bei den Veranstaltungen in der Sparkassenarena „konservativ gerechnet“, erläuterte Böhle, und hofft, dass hier mehr Geld in die Kasse kommt.

Im öffentlichen Ausschuss hatte ein interner Statusbericht für Diskussionen gesorgt, über den aber erst anschließend im nicht öffentlichen Hessentagsbeirat konkret gesprochen werden durfte. So schwirrten zunächst Zahlen und Vorwürfe durch den Sitzungssaal des Heeneser Dorfgemeinschaftshauses, die für unbeteiligte Beobachter kaum nachvollziehbar waren.

Neues Dach: Die Zuschauertribüne blieb im Kern erhalten, bekam jedoch eine neue Überdachung.

Dass im Stadiongebäude inflationäre 36 Duschen eingebaut wurden, aber zunächst keine in bestimmten Kabinnen und dass die Fußbodenheizung im Gemeinschaftsraum nur ganz oder gar nicht wärmt – auch wenn der Saal nur halb genutzt wird –, das sorgte für Kopfschütteln und warf die Frage nach fachlicher Bauaufsicht auf.

„Wir lassen den Architekten zu viel Spielraum“, monierte Jürgen Richter (FWG). Noch deutlicher wurden die SPD-Parlamentarier Bernd Wennemuth („Wir machen uns zum Hansbambel“) und Carsten Lenz („Hier läuft einiges richtig schief“).

Bernd Böhle sorgte sich schließlich um die Signalwirkung der Debatte und verwies auf die bevorstehende Beiratssitzung.

In der Diskussion waren zudem der um 800.000 Euro verteuerte Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Asbach (Spatenstich am 16. April) und das Funktionsgebäude für die Bad Hersfelder Festspiele (noch nicht begonnen, Fertigstellung bis September 2021) mit in den Topf der Hessentagsprojekte geworfen worden. Diese Vorhaben standen jedoch nur auf der Liste, weil sie ebenfalls durch die städtischen Wirtschaftsbetriebe betreut werden.

Von Karl Schönholtz

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