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Heute beginnt das Burg-Herzberg-Festival in Breitenbach/H.

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Von: Laura Hellwig, Eden Sophie Rimbach

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Love and Peace auf dem Herzberg-Festival.
Love and Peace auf dem Herzberg-Festival. © Eden Sophie Rimbach

Heute beginnt in der Gemeinde Breitenbach/H. das Herzberg-Festival, auch bekannt als Hippie-Festival.

Breitenbach/H. – Etwa 11 000 Gäste erwartet Veranstalter Gunther Lorz an diesem Wochenende. Bereits am Montag sind die ersten Besucher angereist. Von Donnerstag bis Sonntag spielen Bands aus den Bereichen Rock, Folk, Blues und Reggae.

„In der Zukunft stehen wir vor zwei Problemen: Die steigenden Preise und die Trockenheit“, gibt Geschäftsführer Lorz zu bedenken. Schon jetzt ist das Festival mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Wegen der anhaltenden Trockenheit auf den Wiesen des Festival-Geländes sind Grillen und offenes Feuer verboten. Nur fest verbaute Kochstellen sind erlaubt. Für die Tasse Kaffee am Morgen wirbt Lorz daher um Nachbarschaftshilfe. Alle aktuellen Neuigkeiten und Informationen finden Besucher auf der Internetseite des Festivals.

Die Preissteigerungen in allen Lebensbereichen wirken sich auch auf die Ticketpreise aus. Gäste, die ihre Tickets bereits im Herbst 2019 gekauft haben und wegen der Corona-Pandemie erst jetzt einlösen, haben etwa 80 Euro weniger gezahlt. Die Hälfte der bisher rund 10 500 verkauften Tickets wurden vor der Pandemie verkauft, so Lorz. An der Abendkasse sind weiterhin Tickets verfügbar (200 Euro), ebenso das Sonntags-Ticket (78 Euro). Auf dem „Hippie-Festival“ willkommen sind auch immer wieder zahlreiche Kinder (freier Eintritt bis 14 Jahre) und Hunde.

Über 300 Künstlerinnen und Künstler werden auf fünf Bühnen auftreten. Das Risiko, dass eine Band, ebenso wie das Personal, kurzfristig wegen einer Corona-Erkrankung ausfällt, ist da, so Lorz. „Aber wir haben hier auch Bands auf dem Campingplatz und noch andere in der Pipeline“, sagt er. Corona-Beschränkungen gibt es nicht.

100 Händler erwartet

Es werden außerdem 100 Händler erwartet. Über 400 Mitarbeiter sorgen die gesamte Woche über für einen reibungslosen Ablauf, ebenso die Freiwilligen Feuerwehren aus den umliegenden Orten, die Malteser und die Polizei.

Auch Volker Jaritz, Bürgermeister der Gemeinde Breitenbach, ist voll Vorfreude auf das „friedliche Familienfest“. Breitenbach und seine Einwohner, Händler und Gastronomen seien auf das Festival vorbereitet, sagt er.

„Die Breitenbacher freuen sich drauf“, sagt Jaritz. Er spricht den Veranstaltern seinen Dank dafür aus, dass sie die lange Corona-Durststrecke durchgehalten haben.

Ankommen und Wiedersehen

Nach zwei Jahren Pause sind die ersten Besucher des Herzberg Festivals Anfang der Woche angereist. Wir haben beim Aufbau einen Blick auf das Festivalgelände geworfen.

Zelte und Vans füllen die Weiden, auf denen ansonsten Pferde unterwegs sind. Ein Wagen ist passend zum Festival bunt bemalt und mit „Herzberg Festival“ versehen, auf dem nächsten steht über einer Handynummer: „Beratung für Liebende“. Mit Kaffeetassen in der Hand sitzen einige Festival-Besucher an den Tischen vor ihren Unterkünften. Aus manchen ertönt entspannte Musik. Andere sind mit ihren Kindern oder auch dem Hund unterwegs – alle grüßen einander.

Dass hier öfter „Guten Morgen“ gesagt werde als an jedem anderen Ort, erklärt Leon Moog. Es sei schon fast wie auf einem Dorf. Bereits zum sechsten Mal besucht er das Herzberg Festival, ist gerade für eine Erfrischung an einem der Wassertanks ans Ende des Platzes gekommen.

Die familiäre Atmosphäre mache das Festival aus: Da sind sich viele Besucher einig. Schon am Tischkicker zugange sind Elias, Lian, Florian und Sandra Kolb. Bereits zum siebten Mal ist Kolb hier und inzwischen sind die Söhne Elias und Florian dabei. „Das Allertollste ist hier das Kinderland!“, ist sich der siebenjährige Florian sicher. Da sich dieser Bereich mit Spielen, Büchern, Hüpfburg und Klangzelt bei ihrer Ankunft am Dienstag noch im Aufbau befand, wird am Mittwoch fleißig gekickert. Laut der Mutter merke man, dass das Herzberg Festival für die ganze Familie ausgerichtet sei.

(von links) Astrid Jesser, „Mama-Herzberg“ Claudi, Annakin Skycrawler, Dank Frank, Frank H. und Ahmed genießen die Stimmung auf dem Burg-Herzberg-Festival.
Gute Laune: (von links) Astrid Jesser, „Mama-Herzberg“ Claudi, Annakin Skycrawler, Dank Frank, Frank H. und Ahmed genießen die Stimmung. © Rimbach, Eden Sophie

Da überrascht es nicht, dass „Mama-Herzberg“ Claudi am Frühstückstisch erklärt: „Das ist mein richtiges Zuhause!“ Den Namen habe die 66-Jährige erhalten, weil sie sich immer um alle kümmere. Seit 22 Jahren kommt sie her, hat einige Festivalbesucher so Jahr für Jahr aufwachsen sehen. Dass sie heute teilweise selbst mit ihren Kindern hier sind, berühre die „Mama-Herzberg“ sehr.

Um einmal im Jahr die Menschen zu treffen, die aus ganz Deutschland herkommen, reisen Andreas Herz und Ronald Janz an. Gemeinsam mit acht weiteren Besucher-Parteien sind sie jeweils aus Linsengericht angereist. Für ihre Gruppe hat es Tradition, sich einen Platz mit Blick zur Burg zu sichern. Die besuchen sie einmal am Tag und Herz weiß: „Da kennt uns auch schon der Wirt.“

Die zweijährige Pause sei traurig gewesen. Nun ist die Gruppe am Dienstag angereist, um die Wagen nebeneinanderstellen zu können. Herz und Janz freuen sich auf die Woche mit Freunden aus Köln, Stade, Dresden, Hildesheim und anderen Städten.

Während Herz seit 1997 herkommt und inzwischen von seiner Tochter und deren Freund begleitet wird, sind Emma Friedrich und Fabio Collo zum dritten Mal hier. Sie haben Antonia Erb und Julian Rabsch mit ihrer Begeisterung angesteckt. Die beiden besuchen das Festival zum zweiten Mal. Collo stand sogar schon selbst auf der Bühne. 2016 spielte er mit der früheren Band Reichelts Flug auf dem Festival. Die Besucher hätten sich auf die Musik eingelassen, Collo sagt: „Es war super! Das Publikum hat die Musik, die vielleicht etwas spezieller war, gut angenommen.“ (Laura Hellwig und Eden Sophie Rimbach)

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