Highlander aus Hersfeld: Mike Hergert lebt in Schottland

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Mike Hergert fühlt sich in seiner Wahlheimat Schottland sehr wohl. Seit 19 Jahren lebt der 47-Jährige aus Kalkobes als Reiseleiter im schottischen Stirling.

Bad Hersfeld/Stirling. Es gibt Menschen, die brechen irgendwann in ihrem Leben aus und verlassen die ausgetretenen Pfade. So hat es auch Mike Hergert (47) gemacht.

Vor 22 Jahren kehrte der gebürtige Bad Hersfelder Deutschland den Rücken und bereiste zunächst für drei Jahre als Back-Packer die ganze Welt.

Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich Mike mit dem Reisevirus infiziert. Während seiner Ausbildung bei der Hessischen Landesbank (Helaba) hatte er sich seinen Jahresurlaub aufgespart. Auch beim anschließenden Zivildienst nahm er ebenfalls nicht frei, und während seiner weiteren Helaba-Zeit arbeitete er nur - mit dem einzigen Ziel, irgendwann auf große Tour zu gehen.

„Meine Sicht verändert“ 

Insgesamt vier Monate lang war er schließlich in Neuseeland unterwegs. „Dort habe ich viele Menschen und andere Reisende kennengelernt. Diese Begegnungen haben meine Sicht auf das Leben und die Welt verändert“, erklärt Mike. An seinen Arbeitplatz bei der Bank in Frankfurt kehrte er nur noch zurück, um Geld für seine große Reise zu verdienen.

Und dieser Trip um die Welt dauerte schließlich von 1993 bis 1996 - bis das Geld aus war. „Ich musste eine Entscheidung treffen und habe mich für Schottland als meinen Lebensmittelpunkt entschieden. Dort wollte ich in einem Reisebüro arbeiten. Das hat aber erst nach fünf Monaten geklappt. So habe ich also zunächst auf den Shetland-Inseln in einer Fischfabrik gejobbt“, blickt der Weltenbummler zurück.

Auf seiner großen Reise um die Welt war er an die abgeschiedensten Flecken der Erde gelangt. Als sein wohl aufregendstes Erlebnis bezeichnet er eine einmonatige Reise auf einem chilenischen Transportschiff von Punta Arenas zur antarktischen King-George-Insel und entlang der antarktischen Halbinsel. „Das ist die wohl wildeste Passage, die es gibt. Haushohe Wellen spielten mit dem Schiff, aber die Belohnung mit Albatrossen, Pinguinen, Walen und Eisbergen war einfach phänomenal“, sagt Mike, der schließlich sein Hobby zum Beruf machte.

Im schottischen Stirling, seiner heutigen Heimatstadt, die einige Gemeinsamkeiten mit Bad Hersfeld hat (Hintergrund), leitete der 47-Jährige in den vergangenen sechs Jahren ein eigenes Reisebüro. „Ich bin aber leidenschaftlich gerne Reiseleiter, und das lebe ich jetzt so richtig“.

Touren selbst ausgearbeitet 

Das ganze Jahr über bietet er im gesamten Land Touren zu den wundervollsten Stellen an, die er selbst ausarbeitet. In seinen Minibus passen sieben Touristen. 225 Pfund kostet ein solcher Bustag - also rund 32 Pfund pro Person bei vollem Fahrzeug. „Es gibt Trips für jedes Interesse. Einige, die nur ein paar Stunden dauern und andere, da ist man bis zu zehn Tagen in den wildesten und einsamsten Naturlandschaften Europas unterwegs“, führt der Schottland-Fachmann aus. 50 verschiedene Angebote umfasst sein Portfolio. Für seine Gäste, die, wenn auch nur für kurze Zeit, dem Alltag entfliehen möchten, kümmert er sich auf Wunsch natürlich um die passende Unterkunft: „Von der Jugendherberge bis zum Fünf-Sterne-Hotel ist alles möglich.“

www.unicorntours.co.uk

Von Mario Reymond

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