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Rundgang zeigt Stolperschwellen in Schenklengsfeld auf

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Kantiges Hindernis: Selbst im Alltag kaum wahrnehmbare Stolperschwellen können für gehbehinderte Menschen zum Problem werden. Hier simuliert Christine Otto mit einem zur Verfügung gestellten Rollstuhl, dass auch die nur wenige Zentimeter messende Distanz vom Gehweg zum Rathauseingang in Schenklengsfeld nicht ohne fremde Hilfe überwunden werden kann.
Kantiges Hindernis: Selbst im Alltag kaum wahrnehmbare Stolperschwellen können für gehbehinderte Menschen zum Problem werden. Hier simuliert Christine Otto mit einem zur Verfügung gestellten Rollstuhl, dass auch die nur wenige Zentimeter messende Distanz vom Gehweg zum Rathauseingang in Schenklengsfeld nicht ohne fremde Hilfe überwunden werden kann. © Roda

Bei einem Rundgang durch Schenklengsfeld haben der Beirat Miteinander und die AWO-Tagespflege Barrieren für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung aufgezeigt.

Schenklengsfeld – So genannte „Stolperschwellen“ bedeuten für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung nicht nur eine zusätzliche Mühsal, sondern machen einen eigenständigen Lebensalltag teilweise sogar unmöglich.

In Schenklengsfeld haben sich der Beirat „Miteinander“ und die AWO-Tagespflege in Zusammenarbeit mit Betroffenen nun bei einem Rundgang mehrerer dieser Hindernisse angenommen und mögliche Lösungen besprochen.

Fündig wurden die Teilnehmer der Besichtigungstour schon beim Start am Rathaus. Dort nämlich simulierte Christine Otto mit einem zur Verfügung gestellten Rollstuhl die erfolglose Überwindung der nur wenige Zentimeter hohen Distanz vom Gehweg zum Eingang. Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Carl Christian Möller versprach aber, dass sich die Kommune dieses Problems annehmen werde.

Eine ähnliche zentimetergeringe Situation wurde beim Schuhhaus Heimeroth erkannt. Hier machte Inhaber Jens Heimeroth allerdings längst beschlossene Umbaupläne der Eingangsfront öffentlich bekannt, die sich wegen Corona leider verzögert hätten.

Das nur wenige Schritte entfernte Haus für „Seniorengerechtes Wohnen“ hat zwar einen hindernisfreien Eingang. Beim zweiten Zugang über eine mehrstufige Außentreppe war laut „Miteinander“-Initiator Dr. Frank Klein ursprünglich ein Lift in Erwägung gezogen worden.

Nahezu mühelos hingegen erreichen Gäste mit Behinderung das „Gasthaus zur Linde“ über eine Rampe, bestätigte auch Jutta Altungeyih bei einer Probefahrt mit ihrem Rollstuhl. Ebenso ist die St. Georg-Apotheke mit so einem Gefährt zügig anzufahren. Sehbehinderte Menschen haben mitunter beim Abwärtsgehen von Treppen ein Problem, wenn der Handlauf bereits wenige Stufen vorher endet, wie Alexandra Otto an einem Objekt vorführte.

Zudem wäre an der Einfahrt zum Landeck-Center ein sichtbar markierter Gehwegstreifen wünschenswert.

Deshalb auch zog Dr. Klein vom Beirat Miteinander zum Abschluss des Rundgangs das Fazit, dass nicht behinderte Menschen erst mit so einer Begehung für solche Situationen ein Problembewusstsein entwickelten. (Hans-Heinrich Hartmann)

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