Forderung nach Investitionen

Umweltministerin Hinz besucht Werk Werra: Keine weitere Erlaubnis für K+S

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700 Meter unter der Erde: Hessens Umweltministerin Priska Hinz ließ sich vom K+S-Vorstandsvorsitzenden Norbert Steiner unter anderem einen Salzbunker und das 900-PS-starke Ladefahrzeug zeigen.

Philippsthal. Die hessische Umweltministerin Priska Hinz hat am Mittwoch bei einem Besuch des K+S-Werkes Werra angekündigt, dass es keine weitere Versenkerlaubnis geben wird.

Sie forderte das Unternehmen zudem auf, weiter zu investieren, um die Umweltverträglichkeit zu halten und die Zukunft der Produktion zu sichern.

Nach langen Phasen der Kurzarbeit war dem Unternehmen kurz vor Weihnachten eine Versenkerlaubnis bis 2021 erteilt worden.

„Die Fortsetzung der Kaliproduktion und die Sicherung der damit verbundenen Arbeitsplätze sind für die Region von großer Bedeutung. Umso wichtiger ist es, einen nachhaltigen Ausgleich von Ökonomie und Ökologie zu erreichen“, sagte Hinz, die sich zunächst den Standort in Herfa hatte zeigen lassen, bevor sie auch unter Tage fuhr. Beeindruckt sei sie gewesen, sagte die Grünen-Politikerin im Gespräch mit unserer Zeitung, mit wie viel Begeisterung die Angestellten von ihrer Arbeit erzählten.

Reaktion von Vorstand Norbert Steiner

Der K+S-Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner reagierte auf Hinz’ Forderung nach Investitionen mit dem Hinweis auf „Fortschritte und enormen Anstrengungen bei der weiteren Vermeidung von salzhaltigen Abwässern“ und erinnerte an die neue Anlage für rund 180 Millionen Euro, mit deren Hilfe die Salzabwassermenge des Werkes Werra ab 2018 um weitere 20 Prozent reduziert werden soll.

Einer Klage des BUND gegen die Versenkerlaubnis sehen Hinz und Steiner gelassen entgegen. „Ich glaube, das Regierungspräsidium hat seine Entscheidung gut abgewogen“, sagte die Ministerin.

Proteste von Angestellten hatte es ein halbes Jahr nach der Solidaritätsaktion mit einer Menschenkette mit 12.000 Teilnehmern nicht gegeben. Laut Betriebsrat Harald Döll sei die Stimmung unter den Kumpel derzeit gut. „Trotzdem ist natürlich allen bewusst, dass auch wieder andere Zeiten kommen können“, sagte er.

Kommentar von Lasse Deppe:

Die Stimmung unter den Kali-Kumpel ist gut. Klar, nachdem 2016 geprägt war von Kurzarbeit und unsicherer Perspektive, ist durch die Versenkerlaubnis bis 2021 die Produktion vorerst gesichert. Aber eben nur vorerst.

Eine langfristige Lösung ist nicht in Sicht. Immerhin: Der Besuch der grünen Umweltministerin zeigt, dass das Thema auch im aktuellen Stimmungshoch brenzlig und im Fokus von Politik und Entscheidungsträgern bleibt. Es war dennoch längst an der Zeit, dass Hinz sich ein Bild vor Ort macht und das Gespräch mit den Menschen sucht, deren Existenz am Arbeitsplatz bei K+S hängt. Immerhin sind das nach Angaben des Unternehmens über 4000 Mitarbeiter direkt und über Familien und Dienstleister mehr als 16.000 Menschen insgesamt.

Kritische politische Fragen seien ihr und K+S-Chef Steiner nicht gestellt worden, sagte Hinz nach ihrem Besuch in Produktion und Abbau. Schade eigentlich. Nach etlichen Solidaritäts- und Protestaktionen eigentlich verwunderlich, dass diese Gelegenheit so ungenutzt verstreicht.

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