Sollte eigentlich Spielhalle werden

Zum Hirsch statt zu Dietz: Traditionshaus zurück in Lispenhausen

Neuer Name für ein Traditionshaus: Aus dem Gasthaus Dietz ist nun das Gasthaus zum Hirsch geworden. „Wir dachten, das passt gut nach Lispenhausen“, sagt Geschäftsführer Ömer Agirmann. Fotos: Schäfer-Marg

Lispenhausen. Die Lispenhäuser Traditionsgaststätte Dietz an der Nürnberger Straße, die zwei Jahre leer gestanden hat, ist seit Donnerstag wieder in Betrieb.

Aydin Yilmaz aus Lispenhausen hat dort das „Gasthaus zum Hirsch“ eröffnet.

Die Idee, die Gaststätte wieder zu eröffnen sei buchstäblich beim Vorbeifahren gewachsen, erzählt Geschäftsführer Ömer Agirmann. Sehr optimistisch sei man das Projekt angegangen, sah zunächst auch keinen großen Sanierungsbedarf. „Wir dachten, etwas Geld und ein Monat Arbeit würden reichen.“

Doch dabei blieb es nicht. Alle Installationen, dazu Türen und Fenster mussten erneuert werden. Auch von außen wurde das historische Gebäude wieder aufgehübscht. Mithilfe vieler Freunde wurde vier Monate lang hart gearbeitet. Insgesamt investierte Aydin Yilmaz rund 240.000 Euro in seine neue Existenzgrundlage.

Eigentlich sollte aus der Gaststätte eine Spielhalle mit Cocktailbar werden. Doch von allen Seiten wurde Yilmaz auf die Tradition des Gasthauses hingewiesen. Also entschied man sich, all das anzubieten, was es früher gab. Sogar Beerdigungskaffee kann dort ausgerichtet werden, erklärte Geschäftsführer Agirmann.

Sechs Tage in der Woche wird geöffnet sein. Es gibt ein wechselndes Mittagsmenü - „drei Tage deutsch, drei Tage orientalisch“, sagt Agirmann. Man könne doch durchaus beide Kulturen verbinden.

Der 42-jährige Chef selbst kocht. Auf der Karte stehen Pizza, Salate, Nudeln und Schnitzel, alles kann auch nach Hause geliefert werden. Von der Idee der Spielmöglichkeiten für Gäste hat man sich allerdings nicht verabschiedet. Kicker, Billard, Dart und Spielautomaten sind im großen Saal möglich.

Und was wird aus dem ganz großen Saal, dem ehemaligen „Club Manhattan" im Nachbargebäude? „Der bleibt erstmal so stehen“, sagt der Geschäftsführer. Eine Sanierung sei augenblicklich nicht finanzierbar.

Von Silke Schäfer-Marg

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